Junghanns geht, Wanka kommt
Brandenburger CDU versucht den Neuanfang

Drei Wochen nach der Kommunalwahl in Brandenburg hat der CDU-Landesvorsitzende Junghanns seinen sofortigen Rücktritt erklärt. In Potsdam begründete der 52-jährige den Schritt mit dem schlechten Abschneiden seiner Partei. Seine Nachfolge ist schon geregelt.

HB POTSDAM. Nach jahrelangen Querelen versucht die brandenburgische CDU einen personellen Neuanfang: Neue Landesvorsitzende wird Wissenschafts- und Kulturministerin Johanna Wanka. Die 57-Jährige soll die CDU im kommenden Jahr auch in die Landtagswahl führen. Der bisherige CDU-Chef, Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns, gab am Montag nach einer schweren Niederlage der Christdemokraten bei den Kommunalwahlen Ende September mit sofortiger Wirkung alle Parteiämter auf.

Auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Potsdam sagte Junghanns (52), es gehe darum, Geschlossenheit in der Führung herzustellen und politisch wieder in die Offensive zu kommen. Beides sei dringend notwendig. Wanka sagte: „Wir wollen gemeinsam einen Neuanfang.“ Der geschäftsführende Vorstand der Landes-CDU beauftragte Wanka damit, vorerst Junghanns Aufgaben zu übernehmen. Formell vollzogen soll der Wechsel bei einem Landesparteitag am 17. Januar. Mit Wanka kommt auch ein neuer Generalsekretär ins Amt: Nachfolger von Rolf Hilke soll der CDU-Kreisvorsitzende im Landkreis Havelland, Dieter Dombrowski, werden.

Die brandenburgische CDU ist seit Jahren in Lager gespalten, die einander bisher unversöhnlich gegenüberstanden. Bei den Kommunalwahlen am 28. September hatte die CDU, die in Potsdam zusammen mit der SPD in einer großen Koalition regiert, landesweit nur noch 19,8 Prozent der Stimmen erhalten. Damit landete sie abgeschlagen hinter SPD und Linkspartei.

Wanka sagte auf der Pressekonferenz, jetzt sei nicht die Zeit für Abrechnungen. Dem Führungswechsel seien lange Gespräche vorangegangen, um gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Auch Dombrowski versicherte: „Es gibt keine offenen Rechnungen in der CDU Brandenburgs.“ Die künftige Landesvorsitzende und ihr Generalsekretär gehörten spätestens seit der sogenannten E-Mail-Affäre 2006 gegnerischen Lagern an.

Damals wurden der frühere Generalsekretär Sven Petke und Landesgeschäftsführer Rico Nelte beschuldigt, den elektronischen Postverkehr der CDU-Führung kontrolliert zu haben. Beide verloren danach ihre Ämter, Petke lieferte sich dann mit Wirtschaftsminister Junghanns einen Machtkampf um den Parteivorsitz, den Junghanns im Januar 2007 äußerst knapp für sich entschied. Wanka stand dabei fest an der Seite von Junghanns, Dombrowski an der von Petke.

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