Kabinettsentscheidung
Mindestlohn in der Zeitarbeit beschlossen

Auch in der Zeitarbeitsbranche gilt vom 1. Januar 2012 an ein Mindestlohn. Das hat das Bundeskabinett am Dienstag entschieden. In weiteren Branchen werden zudem die dort bereits geltenden Lohnuntergrenzen angehoben.
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BerlinVom kommenden Jahr an gelten für etwa vier Millionen Beschäftigte in Deutschland branchenspezifische Mindestlöhne. Als elfte Branche stößt die Zeitarbeit mit 900.000 Beschäftigten dazu. Die Bundesregierung billigte am Dienstag eine entsprechende Verordnung von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Damit werden zwischen den Tarifpartnern ausgehandelte Lohnuntergrenzen für die gesamte Branche vorgeschrieben. Sie gelten dann auch für nicht tarifgebundene und ausländische Firmen. Für eine Million Beschäftigte im Gebäudereiniger- und Dachdecker-Handwerk wurden die Mindestlöhne erhöht. Von der Leyen mahnte bei den Tarifparteien eine Einigung auf einen Zeitplan für die gleiche Bezahlung von Zeitarbeitern und Stammbelegschaften an.

Die Ministerin rief Gewerkschaften und Arbeitgeber in der Zeitarbeit auf, nun auch den zweiten Schritt zu tun „und sich auf einen Zeitpunkt zu einigen, ab dem Zeitarbeiter in einem Betrieb den gleichen Lohn erhalten wie die Stammbelegschaft“. Wenn den Tarifpartnern eine Einigung im ersten Quartal nicht gelinge, werde sie eine Expertenkommission „den richtigen Zeitpunkt für Equal Pay ermitteln lassen“.

Der Mindestlohn in der Zeitarbeit geht auf den Hartz-IV-Kompromiss zwischen der schwarz-gelben Koalition und der SPD zurück. Es sei die „Umsetzung dessen, was die SPD im Vermittlungsausschuss“ im Frühjahr durchgesetzt habe, erklärte SPD-Vizefraktionschef Hubertus Heil. Zugleich wiederholte er die SPD-Forderung nach einem allgemeinen, gesetzlichen Mindestlohn. Die SPD fordert wie die Gewerkschaften 8,50 Euro pro Stunde.

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  • Wenn ich solche herablassenden Kommentare über den Osten lese, dann werde ich ganz traurig.
    Warum sollte denn ein Untermnehmer Ihrer Meinung nach im Westen sein Geld eher lassen?
    Löhne an Mieten bzw. Ost/Westusw. fest machen zu wollen ist absoluter Humbug.
    Jeder Mensch hat eine gewisse Lebenszeit und meiner Meinung nach ist jede getane Arbeit gleich viel Wert.

    Jede Stunde Arbeitszeit ist auch eine Stunde Lebenszeit und daher gleich wertvoll. Ob nun Putzfrau, Bandarbeiter, Manager usw.
    Wenn ich von 8 Stunden täglicher Arbeit nicht leben kann, dann ist das eindeutig Ausbeutung.
    Die Besserverdienenden beschäftigen Leute zu Hungerlöhnen und lassen das Defiziwas sie sich in ihre eigene Tasche stecken, durch H4 über die Allgemeinheit (Steuerzahler) ausgleichen - das ist die große Sauerei.

    Im Übrigen leben die Ossis in ländlichen Gebieten auch nicht preiswerter als andere Menschen.
    Das was sie u.U. an Miete sparen, benötigen sie für ihre Mobilität. Ein Ehepaar unterhält hier nicht 2 Autos aus reiner Freude, sondern weil es dringend notwendig ist, um seine Arbeitskraft überhaupt verkaufen zu können.
    Wer gern in der Großstadt lebt, der zahlt alle Annehmlichkeiten "direkt" vor der Haustür mit höheren Mieten.
    Wer eher ruhig leben möchte bezahlt diesen "Luxus" mit langen Fahrtwegen und damit verbundenen Kosten.
    Wir sitzen alle im selben Boot.
    Statt uns über Ost/West/Nord/Süd auszulassen, sollten wir unsere Aufmerksamkeit lieber auf die richten, die die Ursache allen Übels sind.
    Wenn alle unterbezahlten Arbeitnehmer (und das ist inzwischen die Mehrheit der Arbeitenden) sich einig wären, ihre Arbeitskraft gezielt und gleichzeitig zu diesen Bedingungen verweigern würden, dann würden die Ausbeuter ein ziemliches Problem haben.
    Entweder menschenwürdig entlohnen - oder die Drecksarbeit selber verrichten :o)

  • Dieser Midneslohn ist doch ein Witz. Davon kann doch ein Famileinvater gar nicht leben.
    Unsere Regierung will gar keine anständigen Löhne, das ist der Grund.
    Aber so lange die nicht alle geschlossen auf die straße gehen, die Leiharbeiter, wird sich nichts tun
    Wären usnere Gewerkschaften noch Gewerkschaften, würden sie endlich mal was tun

  • @wolleB

    "Welche Chancen haben seine Kinder in der Gesellschaft: GLEICH NULL"

    Naja, übertreiben sie doch mal nicht so. Vietnamesiche MIgranten zB. leben bei uns auch ziemlich bescheiden und doch gehen von ihnen mehr ihrer Kinder auf's Gymnasium als reinweg "biodeutsche" Kinder. Der Bildungswille muss halt bei Vater, Muter und Kind vorhanden sein, dann ist auch der Harz4 Bezug der Eltern für den Nachwuchs kein Hindergrund mehr eine raketenmäßige mustergültige (Bildungs-)Karriere hinzulegen. Gerhard Schröder kam ebenfalls aus einem sehr, sehr armen sozialen (Familien-)Umfeld und doch hatte er es vom Hauptschulabschluss über die Lehre zum Abitur, zum abgeschlossenen Jurastudium und letztentlich bis zum gestandenen Rechtsanwalt/Ministerpräsident und Bundeskanzler geschafft. Lesen sie seine Biographie bei Wickipedia.de.

    Achja, und die Löhne sind in Ostdeutschland deshalb so niedrig, weil es in den "neuen Bundesländern" auch 20zig Jahre nach dem Mauerfall noch eine eklatante Unterbeschäftigung mit bis zu 25% Arbeitslosigkeit gibt. Der niedrige Lohn als Solcher soll dann halt ein (zusätzlicher)Anreiz sein zwischen MeckPom und Sachsen Investitionen zu tätigen. Aus welchen Grund sollte man dort als Unternehmer auch sonst sein Geld lassen? Wegen der schönen Alleebaumstrassen oder der menschenleeren Dörfer und Landschaften etwa?

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