Kampf um die "Schicksalswahl"
Parteien werben auch im Urlaub

Die Parteien richten sich schon jetzt auf einen heftigen Endspurt im Wahlkampf ein. CDU-Generalsekretär Volker Kauder kündigte am Dienstag bei der Eröffnung der CDU-Wahlkampfzentrale eine "riesige Mobilisierungskampagne" für die letzten beiden Wochen vor der Wahl am 18. September an. "Auf der Strecke werden wir Fahrt aufnehmen", verspricht auch SPD-Bundesgeschäftsführer Karl-Josef Wasserhövel.

HB BERLIN. Während die Wahlkampfmanager 2002 nach der Kür von Edmund Stoiber (CSU) zum Kanzlerkandidaten noch eine Pause vor der heißen Endphase einlegen konnten, muss es dieses Mal schnell gehen. Bevor Bundespräsident Horst Köhler den Bundestag nicht aufgelöst hatte, durfte es offiziell keinen Wahlkampf geben - auch wenn die Strategen bereits heftig an ihren Konzepten arbeiteten. Jetzt bleiben bis zum 18. September noch acht Wochen Zeit, um die Botschaften zu verbreiten. Hinzu kommt, dass in den meisten Bundesländern inzwischen die Ferien begonnen haben. In Bayern enden sie erst Anfang September.

"Wir werden den Bürgern auf keinen Fall am Ferienstrand nachlaufen", sagte CDU-Bundesgeschäftsführer Johannes von Thadden dem Handelsblatt. Die Grundbotschaften könne die CDU auch über Zeitungen und Internet in die Urlaubsgebiete bringen.

In ihrer am Dienstag vorgestellten Kampagne knüpft die Partei an den erfolgreichen Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen an. Der jetzige Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hatte die Leistung der rot-grünen Landesregierung mit Schlagworten wie "Schuldenchaos", "Bildungsnotstand" und "Sicherheitsdebakel" belegt. Auf die Plakate für die Bundestagswahl hat die Union jetzt die Slogans "Rot-grüne Bilanz - "fünf Millionen Menschen ohne Arbeit" oder "890 Milliarden Euro Schulden" drucken lassen.

Die SPD bereitet sich laut Wasserhövel für den 6. August auf einen bundesweiten Aktionstag vor. Auch sie will die vermeintlichen Schwächen des Gegners herausstellen: Mit Plakaten wie "Merkelsteuer, das wird teuer" soll die geplante Mehrwertsteuererhöhung der Union von 16 auf 18 Prozent als unsozial angeprangert werden. Aber auch die "Illusionen" der Linkspartei werde die SPD ins Visier nehmen, wenn auch "die Hauptauseinandersetzung zwischen SPD und Union" ablaufe. Parteichef Franz Müntefering hat einen harten Wahlkampf "ohne Design" angekündigt, was sich auch in wenig gestylten Plakatmotiven zeigen soll.

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