Kandidatin im Porträt
Beate Klarsfeld wurde durch eine Ohrfeige berühmt

Medienwirksamer Auftritt: Während eines CDU-Parteitages in Berlin ohrfeigte Beate Klarsfeld 1968 den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger. Damit protestierte sie gegen Kiesingers frühere NSDAP-Mitgliedschaft.
  • 5

BerlinEine Ohrfeige machte sie weltberühmt: Während eines CDU-Parteitages in Berlin schlug Beate Klarsfeld am 7. November 1968 den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) ins Gesicht, um gegen dessen frühere Mitgliedschaft in der NSDAP zu protestieren.

„Am nächsten Tag war die Ohrfeige auf allen Titelseiten, und Kiesinger war als Nazi gebrandmarkt“, erklärte die damals 29-Jährige später. Durch den medienwirksamen Auftritt erfuhr erstmals eine breite Öffentlichkeit von der NS-Vergangenheit des Kanzlers. Eine zunächst gegen Klarsfeld verhängte Haftstrafe von einem Jahr wurde später zu vier Monaten auf Bewährung umgewandelt.

Die gebürtige Berlinerin Klarsfeld ging bereits 1960 als Au-Pair-Mädchen nach Paris, wo sie eine neue Heimat fand. Gemeinsam mit ihrem französischen Ehemann Serge machte sie das Aufdecken ungeahndeter Nazi-Verbrechen zu ihrer Lebensaufgabe: „Es muss Deutsche geben, die nicht einfach nur Gras wachsen lassen und alles unter den Teppich kehren.“ Der 73-Jährigen ist es unter anderem zu verdanken, dass der ehemalige Gestapo-Chef von Lyon, Klaus Barbie, 1983 von Bolivien ausgeliefert und in Frankreich verhaftet wurde.

In Frankreich und Israel wurde Klarsfeld mehrfach ausgezeichnet, zuletzt vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Das Bundesverdienstkreuz wurde der Deutsch-Französin indes verwehrt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kandidatin im Porträt: Beate Klarsfeld wurde durch eine Ohrfeige berühmt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ...natürlich müßte sie erst einmal gewählt werden. Die "Blockparteien" sie werden es mit ihrer "AnführerIN" verhindern. Alles über die Stimmen der die Linke hinaus, scheint mir möglich. Es wäre ein Zeichen, daß nicht alles durchgewunken werden kann.

    Täuschung, sie findet oft im Leben statt, auch hier.

  • Da werden sich einige fragen dürfen, was für das Land besser. Im Licht betrachtet und bei aller "Verantwortung" (für was eigentlich?) werden die Lämmer zur Schlachtbank geleitet und blöcken dort vor den aufgestellten Behältern. Verstehen kann das zwar niemand so richtig, aber mackt nix merke(l)n wir es uns.

    Eine Bundespräsidentin, die aus sehr bewegenden Gründen dem damaligen Bundeskanzler Kiesinger eine gescheuert, hat mehr für das Volk getan, als dies politisch gepoolte Kleriker tun können. Das sagt ein Protestant.

    Übrigens, was wäre passiert, dem abgedankten Wulff wäre so etwas während seiner Amtszeit geschehen. Da wäre ein Schießhund aus dem schwarzBLAUgelben Segment wahrscheinlich ständig mit Schaum vorm Munde herumgelaufen.

  • Die Linke unter der Lötzsch hat sich selbst zerlegt.
    Die alte PDS hatte gute Leute, der Fehler war, mit den Linken Heinis West zusammen zu gehen und dann noch diese Lötzsch als Vorsitzende zu installieren.
    Schade, die Partei hätte die Möglichkeit gehabt, was zu werden, diese Chance hat sie vertan

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%