Kanzler und Umweltlobby prangern Äußerungen an
BDI erntet für Vorstoß gegen Kyoto-Protokoll Kritik

Die überraschende Forderung aus dem Bundesverband der Industrie (BDI), vom Kyoto-Klima-Protokoll abzurücken, ist bei Bundesregierung, Union, FDP und Umweltschützern auf Kritik gestoßen.

HB BERLIN/MAINZ. „Wenn ich lese, dass es Verbände gibt, die weg wollen vom Kyoto-Protokoll, kann ich mich nur wundern“, sagte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am Mittwoch in Mainz an die Adresse des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Wer in einem modernen Industriestaat Umwelt gegen Wirtschaft ausspielen wolle, sei „auf einem fürchterlich falschen Dampfer“. Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) forderte die BDI-Führung zu Klarstellungen auf.

Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ will der BDI von festen Abbauzielen beim Kohlendioxid-Ausstoß wegkommen und sich wie die USA auf die Realisierung neuer Umwelttechnologien konzentrieren. Danach stellte BDI-Hauptgeschäftsführer Carsten Kreklau in einem Papier zur Klimaschutzvereinbarung von jetzt 153 Staaten der Erde fest: „Dieser Ansatz ist gescheitert. (...) Umweltminister Trittins starres Festhalten am Kyoto-Vertrag auch für die Zeit nach 2012 führt in die Irre.“

Jetzt müssten klimafreundliche Technologien in den Vordergrund rücken, was die USA und Australien praktizierten. Sie gehören nicht zu den Unterzeichnern des Kyoto-Protokolls. Darin haben sich die Industrieländer darauf festgelegt, die Treibhausgase bis 2012 um fünf Prozent abzubauen. Die USA und Australien hatten kürzlich unter anderem mit China und Japan ein technologisches Bündnis geschlossen. Es wurde aber ausdrücklich nicht als Alternative zum Kyoto-Protokoll, sondern als erwünschte Ergänzung herausgestellt.

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