Kapitalismus-Kritik
SPD-Papier nennt Namen von "Schurken"

Ein internes Planungspapier der SPD-Bundestagsfraktion nennt Namen jener "Heuschreckenfirmen", die nach Ansicht von Parteichef Müntefering die deutsche Firmenlandschaft abgrasen und leer fressen.

HB BERLIN. Das Papier, das der Online-Redaktion des Magazins Stern vorliegt, trägt die Titel "Marktradikalismus statt sozialer Marktwirtschaft - Wie Private-Equity-Gesellschaften Unternehmen verwerten". In dem Bericht werden Finanzinvestoren vornehmlich aus den USA beschuldigt, sich in großem Stil in deutsche Unternehmen einzukaufen, die Filetstücke herauszulösen und den Rest zu schließen oder zu verkaufen.

Ganz oben auf der Liste steht der New Yorker Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR). Die Firma hatte in Deutschland unter anderem zusammen mit Goldman Sachs den Elektronik- und Geldautomatenhersteller Siemens Nixdorf übernommen und an die Börse gebracht. Von dem Erlös des Börsengangs blieben der Firma laut stern.de nur 125 Mill. Euro, 225 Mill. Euro hätten Goldman Sachs und KKR eingesteckt. Zwischen Übernahme und Börsengang hätten sich die Gesellschafter zudem 160 Mill. Euro Beteiligungen auszahlen lassen.

Auch der US-Medienzar Haim Saban wird in dem Papier genannt. Er hatte aus dem Kirch-Nachlass zusammen mit weitgehend unbekannten amerikanischen Investoren die Senderfamilie Pro Sieben Sat.1 übernommen. Inzwischen soll der Axel Springer Verlag mit Saban und seinen Partnern verhandeln, um die Mehrheit an der Senderkette zu bekommen.

Darüber hinaus nennt das SPD-Papier die Beteiligungsgesellschaft WCM, die Klöckner übernommen hatte und daneben die Private-Equity-Firmen Apax, BC Partners, Carlyle, Advent, Permira, Blackstone und CVC. Die Opfer der großen Aufkäufer: Neben Siemens Nixdorf Tenovis, Rodenstock, Autoteile Unger, Debitel, Celanese und Dynamit Nobel.

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