Karl-Heinz Paqué im Interview
Die Träume der Rechtspopulisten

Der liberale Vordenker Karl-Heinz Paqué spricht im Interview über die Verführung der Rechtspopulisten, die Abschottung gegen die Globalisierung und die Zukunftsangst der Deutschen.
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MagdeburgMagdeburg ist für einen Liberalen wie eine politische Diaspora. „Der Sozialismus hat hier ganze Arbeit geleistet und das Bürgertum zerschlagen“, sagt Karl-Heinz Paqué und blickt aus dem Fenster seines Büros auf den Campus der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Für einen liberalen Vordenker und Vorkämpfer wie Paqué ist das vom Bürgertum verlassene Umland ein Ansporn. Der 58-Jährige war in Sachsen-Anhalt Finanzminister, lehrt jetzt in Magdeburg Wirtschaftswissenschaften und kämpft im FDP-Bundesvorstand und bei der Friedrich-Naumann-Stifung für die liberale Sache.

Herr Paqué, lassen sich die Liberalen gerade von den Rechtspopulisten verführen?
Wir haben heute in der Gesellschaft insgesamt eine rechtspopulistische Bewegung, die mit rückwärtsgewandten Ängsten arbeitet. Es gibt in Europa, aber auch in Deutschland eine relativ starke Zukunftsangst. Der Rechtspopulismus träumt von einer Welt, die es nicht mehr gibt. Das halte ich für außerordentlich gefährlich.

Wie wollen sie als Liberaler dagegenhalten?
Liberale stehen für eine offene Gesellschaft im Sinne Karl Poppers. Zwar geht es heute nicht mehr wie zu Poppers (Anmerkung der Redaktion: Karl Raimund Popper, Philosoph) Zeiten darum, den aggressiven Totalitarismus zu bekämpfen. Wir erleben heute eher eine defensive Abschottung der Gesellschaft gegen die Globalisierung. In der liberalen Weltsicht hat das keinen Platz.

Woher kommen ausgerechnet jetzt diese Zukunftsängste?
Das kommt nicht plötzlich. Die Anti-Globalisierungsbewegung gibt es schon seit den Auseinandersetzungen in Genua 1999. Sie hat durch die Finanz- und Schuldenkrise enorm an Dynamik gewonnen. Heute kommt sie eben nicht mehr nur von Links, sondern auch von Rechts.

Wenn man auf den Streit in der Hayek-Gesellschaft und in der AfD schaut, hat man den Eindruck, liberal heißt heute vor allem nationalliberal und wertkonservativ.
Die AfD steht weit rechts. Bernd Lucke hätte es wissen müssen: Wer so laut und schrill auf den Euro und Europa schimpft, der zieht die Rechtspopulisten an wie ein Magnet. Lucke hat das zugelassen und ist damit untergegangen. Jetzt bleibt nur noch der rechtspopulistische Teil der AfD übrig.

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  • vor 25 Jahren hat es auch erst mit einigen Hundert Demonstranten begonnen und dann war die DDR weg. Gut, dass es die Wiedervereinigung gab. So können die Medien wenigsten nicht unter den Tisch fallen lassen, dass es auch andere Meinungen gibt.

  • "Weitsicht und Folgeabschätzung für politisches Handeln nach der Kant´schen Maxime den Mut zu haben sich seines eigenen Verstandes zu bedienen"

    Ja die Kant'sche Vernunft steht auch mit einer anderen seiner berühmten Handlungsmaximen in diametralen Widerspruch zum Merkel-Murks:

    "Handle so, dass die Prinzipien deines Handelns als Prinzipien einer allgemeinen Gesetzgebenung gelten könnten"

    Es ist offenischtlich, das alle Notleidenden dieser Welt eben nicht nach Deutschland kommen können und Merkels Weigerung Grenzen zu setzen und zu Differenzieren (was bei den Betrefenden als implizite Einladung verstanden wird) folglich im Widerspruch zur Vernunft steht, wie wir sie früher mal in Deutschland kannten.

  • Vom linke extremen Rand aus gesehen sind alle Rechtspopulisten oder Nazis.

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