Karll-Theodor zu Guttenberg
Zu Guttenberg: AKW-Neubau ist keine Option

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hält nichts von einer weiteren Emotionalisierung der Kernenergiefrage. Für ihn ist die Kernkraft eine Übergangstechnologie. Im Interview mit dem Handelsblatt macht sich der CSU-Politiker für den Ausbau der erneuerbaren Energien stark. Und er erläutert warum der Klimaschutz eine "große Chance" für die deutsche Volkswirtschaft ist.

Handelsblatt: Der Wahlkampf steht bevor, die SPD wird die Kernkraft thematisieren und fordern, am Atomausstieg festzuhalten. Taugt das Thema aus Ihrer Sicht für den Wahlkampf?

Karl-Theodor zu Guttenberg: Eine weitere Emotionalisierung der Kernenergiefrage bringt uns nicht weiter. Diese Frage sollte versachlicht und in den Gesamtzusammenhang einer sicheren, bezahlbaren und zugleich umweltverträglichen Energieversorgung gestellt werden. Dies wird durch einen möglichst breiten Energiemix gewährleistet. Die Kernenergie ist noch für eine gewisse Zeit notwendig, ich plädiere deshalb für eine Laufzeitverlängerung. Die Zukunft aber gehört auch dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien.

Viele Länder planen den Neubau von Kernkraftwerken. Ist dies für Sie eine denkbare Option?

Wir sollten uns beim Thema Kernenergie auf das Wesentliche konzentrieren. Für Deutschland ist dies die Laufzeitverlängerung. Der Neubau von Kernkraftwerken ist bei uns keine Option.

Die Kernkraftwerksbetreiber sind bereit, stattliche Beträge in einen Fonds zu zahlen, wenn die Laufzeiten verlängert werden. Was soll mit dem Geld geschehen?

Kommt es zu einer Laufzeitverlängerung, muss sichergestellt werden, dass bei der Festlegung der Beträge und deren Verwendung Klarheit und Transparenz herrscht. Es sollte eine Konstruktion gewählt werden, bei der auch künftige Generationen von den zusätzlichen Erträgen profitieren würden und nicht nur die Energieversorger. Mit Hilfe der Laufzeitverlängerung kann es uns gelingen, eine Brücke zu einer modernen Energieinfrastruktur zu schaffen. Die Mittel könnten in Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Forschung investiert werden und so schließlich dem Verbraucher zugute kommen.

Der Bundesverband erneuerbare Energien hat kürzlich eine Prognose vorgelegt, die den Anteil der Erneuerbaren an der Stromproduktion im Jahr 2020 bei 47 Prozent sieht. Wie beurteilen Sie diese Prognose?

Vor ein paar Jahren hätte es niemand für möglich gehalten, dass die Erneuerbaren heute einen Anteil von 15 Prozent am Stromverbrauch erreichen. Ich verstehe die Prognose auch als Zusage der Branche, die technische Weiterentwicklung bei den Erneuerbaren forcieren zu wollen, damit diese schneller wettbewerbsfähig werden.

Seite 1:

Zu Guttenberg: AKW-Neubau ist keine Option

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%