Kassen sparen 10,5 Prozent
Ausgaben für Arzneimittel um 2,4 Milliarden gesunken

Durch die Gesundheitsreform haben die gesetzlichen Krankenkassen 2,4 Milliarden Euro bei den Arzneiausgaben gespart. Der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) teilte am Montag in Berlin in einer Prognose zum Jahresende mit, von 22,8 Milliarden Euro im Jahr 2003 seien ihre Aufwendungen in diesem Jahr um 10,5 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro zurückgegangen.

HB BERLIN. Die Hauptursachen: Patienten mussten mehr Arzneien komplett selbst bezahlen und für den Rest höhere Zuzahlungen leisten. Außerdem waren Hersteller gesetzlich zu höheren Rabatten verpflichtet.

Seit der Gesundheitsreform werden nicht-verschreibungspflichtige Medikamente nicht mehr von den Kassen bezahlt. Zu verordneten Präparaten müssen zehn Prozent zugezahlt werden, mindestens fünf aber höchstens zehn Euro. Der Herstellerabschlag auf die Kassenpreise für Arzneien betrug im abgelaufenen Jahr 16 statt zuvor 6 Prozent.

Die Kassenausgaben für Medikamente sind in den vergangenen elf Jahren kontinuierlich angestiegen. 1993 betrugen sie noch 14 Milliarden Euro, fünf Jahre später schon 17,2 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr erreichten sie mit 22,8 Milliarden Euro ihren bisherigen Rekord.

Zusätzliche Einsparungen bei den Arzneiausgaben werden nach BKK- Angaben erst 2007 und damit zwei Jahre später als geplant erreicht. Die Reform sollte durch die Wiedereinführung von Festbeträgen auch für patentgeschützte Arzneimittel - wenn diese keinen therapeutischen Fortschritt bringen - eine weitere Milliarde Euro einsparen. Davon werde 2005 erst eine Einsparung von 390 Millionen Euro realisiert, meint der BKK-Verband. Die volle Summe werde erst 2007 eingespart. Grund für die Verzögerung sei die sorgfältige Bearbeitung der neuen Festbeträge, gegen die große Pharmaunternehmen sich heftig gewehrt haben und zum Teil noch wehren.

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