Kein Gegenkandidat zu Ramelow
Thüringer CDU tritt nicht gegen die Linke an

Linken-Fraktionschef Bodo Ramelow möchte Ministerpräsident von Thüringen werden. Die CDU hatte angekündigt, auf jeden Fall einen Gegenkandidaten aufzustellen. Nun macht sie einen Rückzieher - vorerst.
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ErfurtDie Thüringer CDU wird bei der Ministerpräsidentenwahl im ersten Wahlgang keinen Gegenkandidaten zum Linken Bodo Ramelow aufstellen. Eine entsprechende Empfehlung solle der Fraktion gegeben werden, teilte die CDU am späten Dienstagabend nach einer Präsidiumssitzung in Erfurt mit.

Rot-Rot-Grün solle bei der Wahl beweisen, dass diese Koalition über eine eigene Mehrheit verfüge, hieß es zur Begründung. Linke, SPD und Grüne haben im Landtag zusammen 46 Stimmen, CDU und AfD 45.

Ob die CDU in einem möglicherweise zweiten oder dritten Wahlgang mit einem eigenen Kandidaten antritt, wie vor einer Woche angekündigt, ließ Voigt offen. Sollte es zu mehreren Durchgängen bei der Ministerpräsidentenwahl kommen, werde die Fraktion entscheiden, wie sie sich verhalte, sagte Voigt.

Thüringens bisherige Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hatte zuvor bereits angekündigt, dass sie nicht gegen Ramelow antreten und auch den Platz an der Parteispitze freimachen will. Als Grund für ihren Verzicht auf eine Gegenkandidatur nannte sie ihr Versprechen im Wahlkampf, nicht mit der rechtspopulistischen AfD zu kooperieren. Die AfD hatte zuvor ihre Unterstützung für einen CDU-Kandidaten signalisiert. Als möglicher CDU-Kandidat an Lieberknechts Stelle galt bisher Fraktionschef Mike Mohring, der auch den Parteivorsitz anstrebt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll der Thüringer CDU geraten haben, keinen Gegenkandidaten zu Ramelow aufzustellen. Ein Herausforderer könnte die Reihen von Rot-Rot-Grün schließen.

Unklar ist, ob Ramelow im ersten Wahlgang die nötige Mehrheit bekäme - und wie viele Stimmen Ramelow in einem dritten Wahlgang ohne Gegenkandidaten bräuchte, falls es im ersten oder zweiten Wahlgang nicht zur Mehrheit reicht.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kein Gegenkandidat zu Ramelow: Thüringer CDU tritt nicht gegen die Linke an"

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  • Ach Gott, dieser umstrittene Neokommunist Ramelow! :-/

    Es ist erschreckend - falls er wirklich MP werden sollte - dass in der Bundesrepublik Deutschland im beständigen Kampf gegen "rechts" linke Extremisten, die Nachfolgepartei der DDR-SED wohl hoffähig ist. :-(
    Es hat eine Entnazifizierung gegeben, aber die Vergangenheit der DDR wurde bislang nie aufgearbeitet.
    Hier besteht Handlungsbedarf!

  • Die innere Zerrissenheit der CDU in Thüringen und in Deutschland kann nicht besser demonstriert werden.
    Auch hierbei geht es um Posten und Machtbesessenheit,
    gepaart mit süßen Einkommensverbesserungen.

  • Die Linken sind die einzige Partei, die gegen den Überwachungsstaat eintritt!

    Die haben aus ihrer Vergangenheit gelernt.

    Aber es ist halt nicht schön, wenn es eine Partei in Deutschland gibt, die nicht nur das geld anhimmelt, die nicht nur wirtschaftskonforme Gesetze befürwortet, und die es nicht gut findet, wenn die USA die Wirtschaftsbeziehungen der EU zu Rußland zerstören!

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