Kein Systemabsturz
Kaum Probleme bei Eingabe von Arbeitslosengeld-II-Anträgen

Beim Start der Dateneingabe für die Arbeitslosengeld-II-Anträge sind die befürchteten Pannen weitgehend ausgeblieben.

HB NÜRNBERG/BERLIN. Lediglich bei den Agenturen für Arbeit in Berlin und Mainz verzögerte sich die Einrichtung der 39 Arbeitsplätze um wenige Minuten. Als Gründe wurden Eingabefehler bei der Installation der Software angegeben. „Es gab keine technischen Probleme und auch keinen Systemabsturz“, erklärten die Agenturen in Bremen, Hamburg, Köln, Leipzig, Magdeburg, München, Stuttgart und Wiesbaden am Montag übereinstimmend in einer dpa-Umfrage.

Ursprünglich sollte das von der Telekom-Tochter T-Systems entwickelte Programm zur Berechnung der Leistungen für die bundesweit rund 3,2 Millionen Arbeitslosen- oder Sozialhilfeempfänger bereits Anfang Oktober zur Verfügung stehen. Am Montag konnte schließlich mit der Erfassung in zehn der 180 Agenturen begonnen werden. Die übrigen 170 sollen in einer Woche folgen.

Die Spitze der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg hatte zuletzt nicht mehr ausgeschlossen, dass bei einer weiteren Verzögerung der Installation der Zeitrahmen für die Datenerfassung und damit für die pünktliche Auszahlung der ersten Leistungen im Januar 2005 nicht eingehalten werden könnte.

„Die Eingaben gehen zügig vonstatten“, sagte der Chef der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit in Chemnitz, Karl Peter Fuß, der dpa. „Wir hoffen, dass das weiter so läuft. Die Kollegen bei der Eingabe sind optimistisch.“

Wegen der großen Zahl der Anträge läuft die Eingabe zum Teil im Mehrschichtbetrieb. „Wir haben vorgesorgt und eine Urlaubssperre verhängt“, sagte der Geschäftsführer der Arbeitsagentur Wiesbaden, Michael Göschel. „Wir setzen alles daran, bis zum 1. Januar alle Anträge zu bearbeiten“, betonte sein Magdeburger Kollege Wolfgang Lenze. In München gilt als letzter Termin für die Erfassung der Daten der 10. Dezember. „Das ist natürlich eine riesen Herausforderung“, sagte Arbeitsamtssprecher Ottmar Schader.

Noch am Montagmorgen hatte der Vorsitzende des BA-Verwaltungsrats, Peter Clever, die Software als „mängelbehaftet“ eingestuft. In der ARD sicherte Clever allerdings zu, dass es Abschlagszahlungen geben werde, falls nicht alle Daten bis zum Jahresende erfasst und bearbeitet sind. „Niemand wird ohne Geld dastehen“, sagte Clever. Die Zeitvorgabe von durchschnittlich einer Stunde pro Fall ist der dpa-Umfrage zu Folge nicht zu knapp bemessen. Einfache Fälle, etwa einer ledigen Person ohne Kinder, hätten nicht einmal zehn Minuten gedauert, hieß es in Leipzig.

Der Rücklauf der Formulare verläuft bislang sehr unterschiedlich. In München hat erst rund ein Drittel der insgesamt 25 000 Berechtigten die Anträge für das neue Arbeitslosengeld II eingereicht. In Hamburg sind es bereits 82 Prozent, in Berlin, Leipzig und Magdeburg gut 60 Prozent.

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