KfW-Studie
Ein Fünftel der deutschen Gründer sind Migranten

Viele Migranten starten laut der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in die Selbstständigkeit von Beginn an mit Mitarbeitern. Die Abbruchquote ist laut Studie relativ hoch, was jedoch nicht an der Staatsangehörigkeit liege.
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Frankfurt/MainGut ein Fünftel aller Gründer hierzulande sind einer Studie der KfW zufolge Migranten. Im vergangenen Jahr betrug ihr Anteil 21 Prozent, wie die KfW am Freitag in Frankfurt am Main mitteilte. Migranten mit ausländischer oder mit deutscher Staatsangehörigkeit gründen demnach häufiger als im Durchschnitt ein eigenes Unternehmen, und sie gründen häufiger von Beginn an mit Beschäftigten.

In den Jahren 2008 bis 2013 beschäftigten im Schnitt 42 Prozent von ihnen Mitarbeiter, während dies bei allen Gründern nur 29 Prozent tun. „Die Gründungsprojekte von Migranten sind für das Gründungsgeschehen in Deutschland von wesentlicher Bedeutung“, folgert die KfW-Studie.

Den Angaben zufolge sind Menschen mit früherer oder aktueller türkischer Staatsangehörigkeit bei Migranten am stärksten unter den Gründern – jeder fünfte ist laut Studie dieser Herkunft. Die Abbruchquote ist laut Studie relativ hoch; nach einem Jahr bestehen 15 Prozent der Unternehmen nicht mehr, nach drei Jahren 30 Prozent.

Die Quote ist höher als im Durchschnitt aller Gründer. Dies liege jedoch nicht an der Staatsangehörigkeit, betonte die KfW: Viele Migranten starteten jung in die Selbstständigkeit, aus der Arbeitslosigkeit oder mit einem Handelsunternehmen. Dies seien alles Merkmale, die „mit einer geringeren Bestandsfestigkeit von Gründungsprojekten“ einhergingen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • "26 % der Gründer unter Migranten starteten 2013 im Han-del, aber nur 16 % der Gründer insge-samt. Dabei dürften Vorteile bei der Kenntnis des Marktes von Waren aus den Herkunftsländern eine Rolle spielen, die von Migranten häufiger in Existenzgründungen umgesetzt werden können." Siehe Untersuchung, da sind auch die Branchen der restlichen 74% aufgelistet. Die Abbruchquote nach 3 Jahren liegt auch nur 10%-Punkte höher gegenüber dem Durchschnitt.
    Man hat nicht mehr Anspruch auf Sozialleistungen als vor der Gründung auch. Die einzige Bevölkerungsgruppe die sich durch den Status „selbstständig“ Sozialleistungen erschließen kann, sind Migranten von Außerhalb der EU. Und das was sie dann bekommen können ist Kindergeld, mehr nicht.

  • Natürlich sagen diese Zahlen nicht alles, allerdings kann man diese Scheinselbstständigkeit (eigenes „Geschäft“ mit Hartz 4 Aufstockung) nicht verallgemeinern. Die Anteile der Klassen „vorher arbeitslos“ und „keine Erwerbsalternative“ in der Grundgesamtheit und bei den Migranten sind ziemlich gleich.
    Schon die Soziologen die Anfang des letzten Jahrhunderts die Entwicklungsgeschichte des Kapitalismus untersuchten, stellten fest, dass Migranten häufiger dazu neigen unternehmerisch tätig zu sein. Da gibt es zahlreiche Gründe für. Einer sticht meiner Meinung nach aber heraus: die Tatsache selbst, dass sie Migranten sind. Denn diese Leute (Kriegsflüchtlinge ausgeschlossen) weisen einige Charakterzüge auf, wie sie für unternehmerische Tätigkeiten von Bedeutung sind. U.a. Risikofreude, Entscheidungsfreude, den Willen und die Ausdauer eine Entscheidung auch umzusetzen etc. Wir selbst müssen nur darüber nachdenken ob wir bereit wären in ein fremdes Land zu ziehen, dessen Sprache wir vllt erst erlernen müssen, deren Kultur, Religion, Gesetz und gesellschaftliches Miteinander uns fremd sind. Ob wir bereit sind das hier und jetzt loszulassen und mit ungewissen Ausgang den Versuch zu unternehmen unsere aktuelle Lage zu verbessern.
    Die meisten Menschen verharren lieber in einem beständigen Zustand, in der Gewohnheit. U.a. ein Grund für Vermögenskonzentrationen.

  • https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-Nr.-67-August-2014.pdf

    Der Link zur Untersuchung

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