Kita-Streik
Leih-Omas und flexible Chefs gefragt

Es soll ein langer Arbeitskampf werden. Mit den unbefristeten Kita-Streiks sind nun Leih-Omas und tolerante Arbeitgeber gefragt, Familien brauchen vor allem Geduld und Kreativität. Für sie greift jetzt Plan B.
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KölnEs geht los. Unbefristete Streiks in den kommunalen Kitas. Für Hunderttausende Familien in Deutschland sind nun starke Nerven gefragt und Plan B muss in Gang kommen. Diesmal könnte der Nachwuchs über Wochen vor verschlossenen Türen stehen. „Erst war es ein Schock mich, jetzt haben wir ein Alternativprogramm entwickelt, mit dem wir uns von Tag zu Tag durchhangeln“, schildert Christine Jackson, Mutter von drei Jungs.

„Meine Chefin lässt mich Computerarbeiten zu Hause machen. Mein Mann darf zwischendurch mal einen Home-Office-Tag einlegen. Und wir haben Oma und Freunde mobilisiert“, erzählt die Kölnerin, die im Einkauf arbeitet. „Es wird eine spannende Kombination aus allem.“ Eine Notgruppe für ihren jüngsten Sohn Dylan (3) gibt es nicht.

Madelenie Naujoks aus Münster hat Glück mit dem Arbeitgeber: „Ich kann kurzfristig Urlaub nehmen, unbezahlten Urlaub natürlich“, sagt die alleinerziehende Mutter einer sechsjährigen Tochter, die im Finanzservice tätig ist. „Wenn der Streik über Wochen gehen sollte, ist Mütter-Solidarität gefragt. In unserer Kita-Gruppe werden dann mehrere Mütter abwechselnd auch andere Kinder aufnehmen. Das müsste ich dann auch selbst nutzen und natürlich auch anbieten.“

Jennifer Weise berichtet: „Es ist eine Riesen-Herausforderung, so schnell eine Alternative zu organisieren. Wir jonglieren – Partner, Großeltern, Freunde.“ Die 30-Jährige arbeitet in Bonn in der Suchthilfe und hofft, ihre vierjährige Tochter auch mal ins Büro mitnehmen zu dürfen. „Über Wochen am Stück geht das nicht, aber sicher wird mein Arbeitgeber zur Not mal für ein, zwei Tage kulant sein.“ Und: „So schwierig die Organisation jetzt für uns Familien ist: den Streik finde ich richtig. Eine anständige Wertschätzung und Bezahlung der Erzieherinnen ist auch in unserem Eltern-Interesse.“

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  • Flexibel sein? Warum weigern sich unsere Politiker sich für deutsche Kinder einzusetzen und deren Erzieher menschenwürdig zu bezahlen? Wären es kriminelle, faule Sozialschmarotzer, gäbe es Milliarden sofort. Wir bringen diese Leute (Flüchtlinge, Asylanten) in Hotels unter und wollen noch mehr davon haben? Es sind doch Mörder, wie ihre Religion es verlangt (Islam = Tötet Andersgläubige ) und sie wollen nicht in Frieden mit Ihren Nachbarn(Bürgerkrieg) leben! Solidarität mit den Erziehenrn? Ich erinnere noch an zeiten, wo es die ÖTV gab und die Meinung der Mitglieder (Müll, Stadtreinigung usw. war mit Billigung der Gewerkschaftsführung: Für die blöden Erzieher streiken wir nicht!

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