Klagen über Dürre-Einbußen
Künast sagt Bauern Hilfe zu

Die ungewöhnliche Trockenheit hat nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes bei den Landwirten in Deutschland zu Ertragsausfällen in Milliardenhöhe geführt. Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) sagte den betroffenen Bauern Hilfen zu.

Reuters BERLIN. In Teilen Deutschlands seien die Betriebe so stark von der Dürre geschädigt worden, dass ihre Existenz bedroht sei, sagte der Bauernverbands-Generalsekretär Helmut Born am Donnerstag in Berlin. Der Gesamtverlust betrage über eine Milliarde Euro. Besonders hart litten Landwirte in Ostdeutschland, aber auch in Bayern und Baden-Württemberg. Künast bezifferte die möglichen EU-Hilfen für die deutschen Landwirte einem Bericht der „Berliner Zeitung“ zufolge auf knapp 1,8 Mrd. €.

In Brüssel wollte am Donnerstag der zuständige EU-Ausschuss über die Hilfen beraten. Ein Vertreter der EU-Kommission hatte angekündigt, es werde erwogen, ohnehin geplante Zahlungen an Getreidebauern von November auf Oktober vorzuziehen. Auch in Berlin wollten Vertreter von Bund und Ländern über die Schäden der Dürre sprechen. Künast sagte der ARD: „Wir dürfen auf Grund von EU-Bestimmungen zwar nicht für Ernteausfälle zahlen, aber wenn die Existenz auf dem Spiel steht, sieht das anders aus.“ Bis zu 30 % des Verlustes könnte mit Hilfe eines Bund-Länder-Programms kompensiert werden, sagte eine Sprecherin von Künast.

Born forderte, EU-Ausgleichszahlungen um einige Monate vorzuziehen. Darüber hinaus verlangte er eine Existenzhilfe für die am stärksten von der Dürre betroffenen Gebiete in Höhe von 100 bis 150 Mill. €.

Born zufolge wird die diesjährige Ernte 16 % niedriger ausfallen als in durchschnittlichen Jahren. In Brandenburg und Sachsen betrügen die Ausfälle bei der Weizenernte bis zu 80 %. Auch die Roggenernte sei mit Einbußen von bis zu 80 % extrem schlecht. Allein der Wein habe vom Jahrhundertsommer profitiert, was auf einen qualitativ hervorragenden Jahrgang hindeute. „Die Wirkung der Dürre ist tatsächlich noch härter als die der Flut im vergangenen Jahr“, sagte Born.

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