Kleine Parteien legen zu
SPD sinkt auf Rekordtief von 23 Prozent

Die SPD ist weniger beliebt als je zuvor. Sie würde laut einer Umfrage nur noch 23 Prozent der Stimmen erhalten, wäre am Sonntag Bundestagswahl. Kanzler Schröder nannte das deprimierend.

HB BERLIN. Bundeskanzler Gerhard Schröder findet die erneut gesunkenen Umfragewerte für die SPD deprimierend. «Wir haben Schwierigkeiten, ohne Zweifel», sagte er am Freitag in einem Interview für die ARD-Sendung «Bericht aus Berlin».

Dass die Sozialdemokraten wenig beliebt seien, bedauere er, «aber ich bin sicher, dass dieser Reformprozess notwendig ist und Erfolg haben wird», fügte der Kanzler hinzu. Seinen Optimismus für die kommende Bundestagswahl 2006 lasse er sich nicht nehmen.

Neuer Tiefrekord für die SPD: Wäre am Sonntag Bundestagswahl, bekäme sie nur noch 23 Prozent der Stimmen. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage von Infratest dimap für den «Bericht aus Berlin». Nie zuvor kamen die Sozialdemokraten in der monatlichen Umfrage auf einen schlechteren Wert. Innerhalb eines Monats verloren sie damit vier Prozentpunkte.

Die Union verlor demnach zwar auch einen Punkt, steht aber nach wie vor gut da: Der Umfrage nach bei 45 Prozent. Die kleinen Parteien profitierten von den Verlusten der Volksparteien. Die Grünen erhielten zwei Prozentpunkte mehr als bei der letzten Umfrage von Infratest dimap. Mit 13 Prozent der Stimmen, wäre kommenden Sonntag Bundestagswahl, erreichten sie einen Rekordwert. FDP und PDS liegen mit jeweils sieben Prozent gleichauf.

Die Befragten kritisierten bei der SPD laut den Umfrageergebnissen die Reformen und die Art, wie das Thema soziale Gerechtigkeit angegangen werde. 75 Prozent sind demnach der Meinung, dass die SPD nicht ausreichend erklärt hat, warum die Reformen notwendig sind. 65 Prozent finden, dass sich die Sozialdemokraten zu wenig um den Ausgleich zwischen Armen und Reichen kümmern.

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen, nämlich 58 Prozent, befürwortet eine Arbeitszeitverlängerung wie beim Technologiekonzern Siemens, um Stellen zu sichern. Dort wurde teilweise die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich wieder eingeführt. Bei der Frage nach möglichen Lösungen votierten 45 Prozent für eine längere Arbeitszeit. 35 Prozent der Befragten können sich vorstellen, auf einen Feiertag zu verzichten, aber nur acht Prozent wären bereit, Urlaubstage zu opfern. An der repräsentativen Umfrage nahmen am 29. und 30. Juni 1000 Menschen teil. Die Sonntagsfrage wurde 1500 Deutschen gestellt.

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