Klimawandel
Journalisten ziehen den Kürzeren

„Und sie erwärmt sich doch!“: Weil das Umweltbundesamt zwei Reporter in einer Broschüre als „Klimawandel-Skeptiker“ bezeichnete, zogen die beiden vor Gericht. Recht bekam allerdings das Amt.

HalleDas Umweltbundesamt darf Journalisten öffentlich als „Klimawandel-Skeptiker“ bezeichnen und sie dabei namentlich nennen. Das geht aus einem Urteil des Verwaltungsgerichts Halle hervor (Aktenzeichen: 1 A 304/13 HAL).

Die Journalisten und Publizisten Dirk Maxeiner und Michael Miersch wollten erreichen, dass ihre Namen nicht mehr in der Broschüre „Und sie erwärmt sich doch“ genannt werden. Ihre Klage auf Unterlassung wies das Gericht am Mittwoch ab, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag sagte und damit entsprechende Medienberichte bestätigte. Gegen das Urteil ist Berufung möglich.

„Auch in Zeitungen und Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen tauchen mitunter Beiträge auf, die nicht mit dem Kenntnisstand der Klimawissenschaft übereinstimmen“, hatte das Amt geschrieben. Bekannt für solche Beiträge seien auch Maxeiner und Miersch. Sie hätten etwa auf ein „Stagnieren der Erdtemperatur seit über 10 Jahren“ und „auf die Sonne als Verursacher der Klimaerwärmung seit Mitte des letzten Jahrhunderts“ hingewiesen.

Gegen diesen Passus gingen die Autoren vor, da sie sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt fühlten. Das Gericht urteilte jedoch, die Äußerungen in der Broschüre seien sachlich, nicht verfälschend und nicht überzogen. Es gehöre zum Aufgabengebiet des Umweltbundesamtes, die Öffentlichkeit über Umweltfragen aufzuklären. Diesem Auftrag sei das Amt mit seiner Broschüre nachgekommen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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