Kliniken
Ärzte wollen Streikpause einlegen

Aufatmen bei den Patienten: In der kommenden Woche werden die Mediziner an Unikliniken und Landeskrankenhäusern vorübergehend wieder arbeiten, um dringende Operationen zu erledigen. Danach soll der Streik allerdings weitergehen.

HB BERLIN. „Ich gehe davon aus, dass in der nächsten Woche Streikruhe an den Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern herrscht“, sagte der Chef des Marburger Bunds, Frank Ulrich Montgomery. Falls es keine Tarifeinigung gebe, werde der Ausstand aber danach nochmals ausgeweitet.

Montgomery bekräftigte den Einigungswillen der Ärztegewerkschaft. Man werde jeden vernünftigen Weg zu Verhandlungen gehen. Gleichzeitig mahnte er die Arbeitgeber: „Das Zeitfenster schließt sich.“ Am Sonntag werde die Große Tarifkommission über den „Münchner Kompromiss“ reden, den die MB-Führung für gerade noch akzeptabel halte. In der Tarifkommission werde der Kompromiss aber vermutlich auf Schwierigkeiten treffen. Deshalb sollten sich die Arbeitgeber mit der Annahme beeilen.

Der Gewerkschaftsvorsitzende übte erneut heftige Kritik an der Verhandlungsführung der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Er sprach von „Schweinereien“. Die TdL-Unterhändler hätten schriftlich ein Angebot, den „Münchner Kompromiss“, unterbreitet und ihn dann wieder zurückgezogen, um „eine Etage tiefer wieder einzusteigen“. „Das ist eine unseriöse Form der Verhandlungsführung, die ich nicht mehr länger mitmache“, sagte Montgomery. Künftig werde er keine Zweiergespräche mehr akzeptieren, sondern nur noch größer besetzte Runden.

Das jüngste Angebot der Arbeitgeber bezeichnete Montgomery als „schlicht unanständig“. Es würde - einschließlich der Arbeitszeitverlängerung - für junge Ärzte im Westen eine Gehaltseinbuße von 2,8 Prozent und im Osten von 3,9 Prozent bedeuten. Man werde hinter den „Münchner Kompromiss“, der neben der Wiederherstellung des Weihnachtsgelds und der Bezahlung der Arbeitszeitverlängerung ein Plus von rund drei Prozent vorgesehen habe, nicht zurückgehen.

Einzelverträge mit einzelnen Bundesländern oder Kliniken lehnte Montgomery ab. „Wir haben Interesse an einem Flächentarif“, sagte er. Ein Platzen der TdL wäre ebenfalls nicht im Sinne der Gewerkschaft. Nach seinen Angaben haben „drei Länder eher südlichen Charakters“ der Gewerkschaft Einzelverträge angeboten.

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