Kommentar
Abhängig vom Hassobjekt

Die Politiker schlagen zu Unrecht auf die Ratingagenturen ein. Denn die EZB hat sich selber in die Abhängigkeit der privaten Bonitätswächter begeben. Nun ist politische Führung gefragt.

Für Europas Politiker sind sie spätestens seit der Euro-Schuldenkrise ein Hassobjekt: "Es kann nicht sein, dass einige wenige amerikanische Ratingagenturen über Wohl und Wehe der Europäischen Währungsunion entscheiden", klagte zuletzt der FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle. Recht hat er. Das Traurige ist nur, dass die Politik von den Bonitätswächtern abhängiger ist denn je.

Seit Wochen geht es in allen Diskussionen darum, wie die Griechenland-Rettung gestaltet werden muss, damit Standard & Poor's (S&P), Moody's oder Fitch ein neues Hilfspaket nicht als eindeutigen Hinweis auf den Zahlungsausfall des Schuldners bewerten. Gleichzeitig wollen aber deutsche und französische Politiker die Banken zur Kasse bitten und an...

 
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%