Kompromiss im Bundestag
Bundesrat lässt Neuregelung der Organspende passieren

Das Thema Organspende hat bislang zu wenig Zugang in Deutschland gefunden. Daher werden Bürger nun regelmäßig per Brief zur Spendenbereitschaft befragt. Ziel ist es, die Zahl der Spenderorgane zu erhöhen.
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Die Menschen in Deutschland sollen sich künftig stärker mit dem Thema Organspende befassen. Die parteiübergreifend unterstützte Neuregelung der Organspende nahm am Freitag im Bundesrat die letzte parlamentarische Hürde. Damit wird jeder Bürger ab 16 Jahre künftig regelmäßig per Brief aufgefordert, eine Erklärung über seine Bereitschaft zur Organspende abzugeben. Die Erklärung bleibt aber freiwillig.

Der so genannte Entscheidungslösung ging eine jahrelange politische Debatte voraus. Sie stützt sich auf einen fraktionsübergreifenden Kompromiss im Bundestag, der die Neuregelung im Mai verabschiedet hatte.

Noch in diesem Jahr sollen die Bürger von ihrer Krankenkasse erstmals schriftlich über die Organspende informiert und zur Abgabe einer Erklärung aufgefordert werden; ein Organspendeausweis wird gleich mitgeschickt. Auch die Behörden werden bei der Ausgabe von amtlichen Ausweisen Infomaterial mit auf den Weg geben. Ziel ist es, die Zahl der Spenderorgane zu erhöhen. Die Organspendebereitschaft soll auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden.

Die Redner im Bundesrat betonten am Freitag, dass die Organspende freiwillig bleibe. Die Bürger würden nicht gezwungen, eine Erklärung zu ihrer Spendebereitschaft abzugeben, sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). "Wir akzeptieren, dass Menschen sich zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht entscheiden können." Der baden-württembergische Bundesrats-Minister Peter Friedrich (SPD) betonte: "Die Organspende bleibt immer ein freiwilliges Geschenk der Spender."

Bundesweit stehen derzeit rund 12.000 schwer kranke Menschen auf der Warteliste für eine Transplantation. "Viele Menschen warten viel zu lange und leider oft vergebens", sagte Minister Bahr im Bundesrat. Alle acht Stunden stirbt nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) eine Mensch auf der Warteliste, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung steht. Im Jahr 2011 spendeten rund 1200 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe, das waren rund sieben Prozent weniger als im Jahr davor. In der Folge sank 2011 auch die Zahl der gespendeten Organe von rund 4200 auf mehr als 3900.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Das wird mal wieder ein enormer Verwaltungs- und Geldaufwand der Krankenkassen, den wir Beitragszahlr finanzieren.
    In Kürze wird es dann wieder heißen, dass den Kassen Geld fehlt
    So lange wir dieses Zwei-Klassen-System ahben, werde ich nicht Organspender

  • Hallo,
    unbeschadet Organspende "Ja oder Nein"; diese Art von periodischer, unverbindlicher Fragestellung ist eine Geldverbrennung erster Güte.

  • Bei der ganzen Organspendendiskussion ist zuviel Heuchelei im Spiel: Werden die Menschen befragt ob Sie Organspenden möchten, heucheln sie -man will ja nach aussen anständig wirken- in die Kameras sie würden ja gerne Organe spenden, hätten aber bis jetzt vergessen einen Organspendeausweis auszufüllen. Die Wahrheit sieht aber ganz anders aus. die Menschen -und auch ich- haben Angst zugunsten der Privilegierten wie reiche, Politiker und Beamte organisch ausgeschlachtet zu werden. Angesichts der schamlosigkeit unserer Pseudoeliten ist das auch allzu verständlich.

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