Konkurrent Vattenfall befürwortet Diskussion über Vorabkontrolle der Durchleitungspreise
EnBW fordert mehr Wettbewerb unter den Stromnetzbetreibern

Der drittgrößte deutsche Stromkonzern EnBW hat mit einem überraschenden Vorstoß für mehr Wettbewerb unter den Netzbetreibern für erheblichen Wirbel innerhalb der Branche gesorgt. Während der Energiekonzern Vattenfall Europe den Plan diskussionswürdig nannte, lehnten die beiden größten deutschen Stromkonzerne, Eon und RWE, Stellungnahmen ab.

mjh/dc DÜSSELDORF. In einem Positionspapier spricht sich EnBW-Vorstandschef Utz Claassen für eine Vorabkontrolle der Preise für die Netznutzung aus. Claassen forderte außerdem, die künftige Regulierungsbehörde solle für einen Zeitraum von fünf Jahren einen Richtpreis für die Durchleitung durch fremde Netze festsetzen. Ziel des Konzepts sei es, den Netzbetreibern durch die Preisvorgabe wirtschaftliche Anreize zur Effizienzsteigerung zu geben.

Der Entwurf zum neuen Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) sieht bislang nur eine nachträgliche Kontrolle der Durchleitungspreise vor, falls ein Verdacht auf Marktmissbrauch besteht. Die Mehrheit der Länder will dagegen ebenfalls eine Vorabkontrolle durchsetzen. Der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates befürwortete gestern mit breiter Mehrheit ein entsprechendes Konzept. Nach Informationen aus Länderkreisen stimmte allein Nordrhein-Westfalen dagegen.

Seit Wochen sorgen steigende Strompreise für Verärgerung bei Privatkunden und der Industrie. Der Vorsitzende des Energieausschusses des Bundesverbandes des Deutschen Industrie (BDI), Werner Marnette, macht jetzt erstmals die Versorger für die hohen Strompreise in Deutschland verantwortlich. Bisher hatte der BDI vor allem Steuern und steigende Umlagen für die Erneuerbare Energien als die größten Kostentreiber angeprangert.

Der Chef der unabhängigen Monopolkommission, Jürgen Basedow, sagte, es bestehe der Verdacht, dass die Versorger ihre Marktmacht missbrauchten. Das Bundeskartellamt nimmt bereits die geplante Anhebung der Netzpreise durch mehrere Stromkonzerne unter die Lupe, Wirtschaftsminister Wolfgang Clement forderte die Versorger noch vor dem vom Kanzler Gerhard Schröder (SPD) einberufenen Krisengipfel mit Energiewirtschaft und Großverbrauchern auf, die Preiserhöhungen zurückzunehmen.

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