Krankenkassen
Vergleich: GKV und PKV

Welche wesentlichen Unterschiede gibt es zwischen den gesetzlichen und den privaten Krankenkassen? Das Handelsblatt listet sie auf.
GKVPKV
SystemSolidaritätsprinzip, d.h. Junge zahlen für Alte, Reiche für Arme. Finanzierung durch Umlage.Individualitätsprinzip, d.h. jeder zahlt nach seiner persönlichen Risikosituation (Gesundheitszustand, Alter, Geschlecht)
MitgliederArbeitnehmer mit Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze von im Monat sind pflichtversichert. Besserverdiener, Selbstständige und Beamte können sich freiwillig versichern.Beamte, Selbständige, Freiberufler, Studenten können sie unabhängig vom Einkommen privat versichern, Angestellte und Arbeiter erst ab einem Einkommen von im Monat.
Familien-


mitglieder
Ehepartner und Kinder ohne Einkommen bzw. nur mit geringem eigenen Einkommen von maximal in West- und in Ostdeutschland sind beitragsfrei mitversichert.Keine kostenlose Mitversicherung. Für jedes Familienmitglied muss ein eigener Vertrag abgeschlossen und bezahlt werden.
BeiträgeArbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich den allgemeinen Beitrag von derzeit durchschnittlich des Bruttoeinkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze von . Die Arbeitnehmer zahlen zusätzlich einen Beitrag von 0,9 Prozent. Der Höchstbeitrag liegt bei für den Arbeitgeberanteil und 269 Euro für den Arbeitnehmer.Sie richten sich nach Geschlecht, Alter und dem Gesundheitszustand bei Abschluss des Vertrages. Krankheiten können zu Risikozuschlägen führen. Außerdem bestimmt das Leistungsniveau sowie die Eigenbeteiligung im Krankheitsfall den Beitrag. Auch hier zahlt der Arbeitgeber die Hälfte des tatsächlichen Beitrags, maximal bis zum halben GKV-Höchstbeitrag.
Beitrags-


befreiung
Während des Bezugs von Kranken-, Mutterschafts-, Erziehungsgeld wird davon zum Teil gar kein Beitrag erhoben.Keine. Im Gegenteil, die Beiträge muss die Versicherte in dieser Zeit zu 100 Prozent zahlen, weil der Arbeitgeberzuschuss dann entfällt.
Beitrags-


rückerstattung
Seit 2004 bieten einige Kassen Rückerstattung von mehreren 100 Euro an, wenn ein Jahr keine Leistungen in Anspruch genommen wurden.Je nach Tarif bis zu mehreren Monatsbeiträgen bei Nichtinanspruchnahme von Leistungen.
PerspektiveDa keine Rücklagen gebildet werden, drohen im Zuge der Alterung der Bevölkerung steigende Beiträge bzw. Leistungskürzungen.Die PKV bildet Rückstellungen für das Alter. Sie sollen die Beiträge ein ganzes Leben stabil halten. Tatsächlich steigen sie jedoch mit dem Alter oft sogar deutlich an.
ZuzahlungenGesetzlich vorgeschrieben von den 10 Euro Praxisgebühr für jeden ersten Arztbesuch im Quartal bis zu den Selbstbehalten bei Medikamenten, Heil- und Hilfsmitteln und Krankenhausaufenthalten. Darüber hinaus können die Kassen seit 2004 Beitragsermäßigungen anbieten im Tausch gegen eine Selbstbeteiligung anbieten.Verhandlungssache. Die Höhe der Zuzahlungen richtet sich nach dem Tarif, den man mit seiner Privatversicherung abgeschlossen hat. Je höher die vereinbarten Zuzahlung oder Selbstbeteiligung, um so niedriger der Beitrag. Ältere Versicherte können in einen dem GKV-Niveau ähnlichen "Standardtarif" wechseln.
LeistungenSachleistungsprinzip:
  1. Eingeschränkte Arztwahl: Der Arzt/Zahnarzt/Heilpraktiker muss eine Kassenzulassung haben.
  2. Kasse rechnet direkt mit dem Arzt/Krankenhaus ab. Der Patient hat keinen Einblick in die Rechnung, aber auch keine Abrechnungsarbeit und Vorfinanzierung zu leisten.
  3. Im  zugelassenen Krankenhaus: Unterbringung im Mehrbettzimmer; diensthabender Arzt.
  4. Bei Schwangerschaft: Mutterschafts- oder Entbindungsgeld.
Kostenerstattungsprinzip:
  1. Freie Arztwahl; auch unter Fachärzten und Heilpraktikern. Voraussetzung ist allerdings die medizinische Notwendigkeit.
  2. Die Leistungserbringer rechnen mit dem Patienten ab, der die Rechnung dann bei seiner Versicherung zur Erstattung einreicht. Eventuelle Rechnungskürzungen gehen zu Lasten des Kunden.
  3. Freie Krankenhauswahl; Unterbringung je nach Tarif im Einzel- oder Zweibettzimmer; Chefarztbehandlung möglich.
KurenMaximal alle vier Jahre für eine dreiwöchige Kur; Eigenanteil 10 Euro pro Tag und 10 Prozent der AnwendungenEigenanteil 10 Euro pro Tag und 10 Prozent der Anwendungen
VorsorgeGesundheits-Checks alle zwei Jahre ab dem 35. Lebensjahr; Krebsfrüherkennung; Vorsorge bei Schwangerschaft und Kindern;  Zahnprophylaxe mit Bonusanreiz einmal im Jahr.Entsprechend den GKV-Leistungen plus je nach Tarif zusätzliche Vorsorge, etwa für Darmkrebs oder in häufigeren Abständen. Prophylaxe-Anreize noch unterentwickelt.
Verdienst-


ausfall
Ab der 7. Woche gibt es Krankengeld in Höhe von 70 Prozent des versicherungspflichtigen Einkommens. Längstens für 78 Wochen bei der gleichen Krankheit. Selbstständige können gegen einen Zusatzbeitrag eine frühere Zahlung vereinbaren. Auch bei Pflege erkrankter Kinder kann Anspruch auf Krankengeld bestehen.Keine Leistung inklusive - Krankentagegeld und Krankenhaustagegeld können separat abgesichert werden, maximal bis zur Höhe des vollen Nettogehalts. Während des Bezugs von Krankengeld muss der Beitrag weiterbezahlt werden.
AuslandVersicherungsschutz gilt nur in der EU und in Ländern, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht.Versicherungsschutz besteht automatisch europaweit und mindestens einen Monat auch außerhalb Europas. Weltdeckung kann gegen geringen Beitrag verlängert werden.
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