Kredit-Affäre
Kreditgeber nimmt Wulff in Schutz

Ein Privatkredit hat den Bundespräsidenten Christian Wulff in die Bredouille gebracht. Die SPD plant eine Kleine Anfrage. Jetzt meldet sich der Gatte der Kreditgeberin, der ehemalige Unternehmer Egon Geerkens, zu Wort.
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MünchenDie SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag will sämtliche Urlaubsreisen von Bundespräsident Christian Wulff in seiner Zeit als Ministerpräsident durchleuchten. In einer Kleinen Anfrage will Fraktionschef Stefan Schostok auf eine Auflistung aller Urlaube zwischen 2003 und 2010 drängen, berichtete die „Bild“-Zeitung einem Vorabbericht zufolge.

„Ziel der Anfrage ist es, herauszufinden, ob Wulff weitere Male private Unterkünfte hat nutzen dürfen“, sagte Schostok dem Blatt. Wulff musste dem Landtag bereits 2009 den Aufenthalt in der Villa seines Freundes Egon Geerkens in Florida erklären. Im Jahr darauf hatte Wulff eine Frage im Landtag verneint, ob er geschäftliche Beziehungen zu Geerkens pflege. Einen 500.000-Euro-Kredit von dessen Ehefrau ließ er dabei unerwähnt.

Der frühere Unternehmer Egon Geerkens hat den umstrittenen Privatkredit an Bundespräsident Christian Wulff in dessen Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident verteidigt. Er habe aus seiner Freundschaft zu Wulff keine Vorteile gezogen und als Unternehmer nie öffentliche Aufträge oder staatliche Zuwendungen erhalten, sagte Geerkens der „Süddeutschen Zeitung“.

„Zu dem Zeitpunkt, als Christian Wulff den Kredit meiner Frau erhielt, war ich gar kein Unternehmer mehr“, fügte er hinzu. Bereits ein Jahr zuvor habe er alle Geschäfte wegen einer Krebserkrankung eingestellt.

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  • Leserbrief

    Manchmal gibt es Grund, mit Neid auf das Ausland zu blicken: zum Beispiel wegen des Niveaus der Politikerskandale. Als vor Jahren der ehemalige französische Außen- minister Roland Dumas wegen Korruption vor Gericht stand, ging es um wertvollen Schmuck und eine Luxuswohnung in Paris – für die Geliebte !
    Bundespräsident Christian Wulff war weniger anspruchsvoll. Er wollte sich mit ein paar Prozent Zinsersparnis beim Bau des neue Einfamilienhauses begnügen. Nebenbei: Wulffs Haus atmet perfekt jene bundesdeutsche Wüstenrot- und Bimsblockästhetik, die der Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich als die Entbindung vom bürgerlichen Geist der Stadt verdammte. Natürlich bedeutet der
    500 000 – Euro Privatkredit, den Wulff, so wie bislang behauptet, von einer Unternehmensgattin annahm, keine Korruption. Schmierig wirkt es trotzdem. Denn als Ministerpräsident mit Pensionsanspruch verfügte Wulff über beste Bonität und hätte den Kredit von jeder Bank bekommen., wenn auch zu weniger günstigen Konditionen. Solche Fehlgriffe passieren, wenn Politik vor allem als Möglichkeit zum sozialen Aufstieg begriffen wird. Wenn unsere Politiker demnächst wieder das große Wort führen, stellen wir sie uns am besten ganz klein vor. Meistens liegen wir damit richtig.

  • 2016: Schlüpfe mal in die Rolle des politisch interessierten Bürgers und frage mich:
    WER WAR NOCH EINMAL WULFF?

  • ich bin dafür alle Subventionen an die Bauern und die Bio-Energiewirtschaft zu streichen.

    Und auch alle Sozialausgaben 100% zu streichen,
    Besonders Hartz-4.

    Wir, die ehrlichen steuerzahler könnten dann endlich in das Goldene Zeitalter eintreten.

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