Kritik vom DGB
BDI-Wahlempfehlung sorgt für Empörung

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erhofft sich von der Bundestagswahl einen Regierungswechsel. Eine große Koalition wäre "eine ganz schlechte Lösung für unser Land", sagte BDI-Präsident Jürgen Thumann im Deutschlandfunk. Der Deutsche Gewerkschaftsbund reagierte "mit Empörung und Verwunderung" auf diese Wahlempfehlung Thumanns für Schwarz-Gelb.

HB BERLIN. Die Programme von Union und SPD passten nicht zusammen, sagt Thumann. Außerdem seien mit der SPD weitere Steuersenkungen, Reformen beim Kündigungsschutz und im Tarifrecht nicht durchsetzbar. "Insofern wünschen wir einen Regierungswechsel", sagte Thumann.

DGB-Chef Michael Sommer riet Thumann am Sonntag auf, sich an den Gewerkschaften ein Beispiel zu nehmen, die sich in der Sache mit der Politik auseinander setzen, aber nicht zur Wahl einer bestimmten Partei oder Koalition aufriefen. "Mit seinen einseitigen Äußerungen trägt der BDI-Präsident den Wahlkampf in die Betriebe", kritisierte Sommer.

Thumann hatte weiter erklärt, die FDP habe das überzeugendste Wirtschaftsprogramm und auch das Konzept der Union lasse ein "Wirtschaftswachstum erhoffen". Thumann forderte erneut längere Wochenarbeitszeiten und eine Erleichterung von betrieblichen Bündnissen. Der SPD warf der Industriepräsident vor, ein widersprüchliches Programm vorgelegt zu haben. Eine Fortsetzung des Reformkurses von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sei nach dem Programm nicht mehr möglich.

Zudem sei unklar, wer bei der SPD nach der Bundestagswahl das Sagen habe. Thumann wörtlich: "Denn eines ist ja klar: Herr Schröder wird nach dem 19. September keine politische Rolle mehr in der Bundesrepublik spielen."

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