Landtagswahl
Linke-Spitzenkandidat in Hessen wirft hin

Hessen soll das erste westdeutsche Flächenland werden, in dem die Partei Die Linke in den Landtag einzieht - doch erstmal ist den Lafontaine-Sozialisten der Spitzenkandididat von der Fahne gegangen. Der war zwar ohnehin nicht der Mann der Berliner Parteispitze, doch deren Favorit mag nun auch nicht mehr.

HB BERLIN. Der ehemalige DKP-Politiker Pit Metz, der erst vor eineinhalb Wochen auf Platz eins der Landesliste gewählt wurde, verzichtete am Mittwoch nach massiver parteiinterner Kritik auf seine Nominierung. Dies teilte der Bundeswahlkampfleiter der Linken, Bodo Ramelow, mit. Nach seinen Worten fühlte sich Metz „überfordert“.

Auf dem Landesparteitag der hessischen Linken hatte sich das ehemalige DKP-Mitglied in einer Kampfabstimmung überraschend gegen den früheren DGB-Landesvorsitzenden Dieter Hooge durchgesetzt, der von der Parteiführung favorisiert worden war. Dabei erteilte Metz einer Regierungsbeteiligung der Linken in Hessen eine klare Absage. In die Kritik geriet er auch, weil er den Schießbefehl an der einstigen innerdeutschen Grenze mit dem Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan verglich.

Noch am Abend wollte Metz seinen Entschluss bei einer Regionalkonferenz der Linken in Marburg offiziell mitteilen. Ramelow zufolge begründete er seinen Rückzieher damit, dass er unterschätzt habe, wie sehr seine Person und seine Vergangenheit innerhalb der Partei polarisiere. Die Linke würde auf diese Weise aber „eher geschwächt als gestärkt“.

Die hessische Linke will am kommenden Wochenende über die Zusammenstellung der Landesliste beraten. Die Aufstellung war vor eineinhalb Wochen nach den ersten sieben Plätzen aus Zeitgründen unterbrochen. Nach Ramelows Angaben steht Hooge für eine Spitzenkandidatur nicht mehr zur Verfügung.

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