Landtagswahl Saarland
„Wenn's drauf ankommt: Peter Müller“

Ein Wahlkampf mitten in den Sommerferien ist für den saarländischen Ministerpräsidenten kein Problem. "Wenn's drauf ankommt: Peter Müller" verkünden die Großflächenplakate mit dem Porträt des selbstbewussten CDU-Politikers quer durch das Land.
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Aber auch persönlich ist der gerne hemdsärmlig auftretende Amtsinhaber allgegenwärtig. Ob "Brotdorfer Freeschenfeschd" oder "Höhenfest" in Dörsdorf, "Kirmesfrühschoppen" in Rehlingen-Siersburg, "Festa Italiana" in Homburg, Fassanstich in Rammelfangen oder "Binessenfest" in Saarhölzbach - überall sucht Müller den direkten und ungezwungenen Kontakt mit den Bürgern.

Im Gepäck hat er stets die Botschaft: seine bisher zehnjährige Amtszeit habe dem Land gut getan. Überdurchschnittliches Wachstum, hohe Beschäftigtenzahlen, geringere Arbeitslosigkeit als 1998 und weniger Insolvenzen als im Bund bucht er auf sein Konto. Auch den vereinbarten Ausstieg aus dem heimischen Bergbau ohne betriebsbedingte Kündigungen sieht Müller als Erfolg an. "Der Reichtum des Landes liegt nicht tief unter der Erde, sondern in den Köpfen", hält er Kritikern entgegen.

Gleichzeitig wird er nicht müde, vor einem rot-roten Bündnis aus SPD und Linken zu warnen. Eine "doppelte Rolle rückwärts in die Vergangenheit" wäre dies, das Land dürfe nicht Chaoten überlassen werden. Je nach Publikum fallen die Angriffe auf den politischen Gegner mehr oder weniger deftig aus. Auch wenn sich Müller von Zeit zu Zeit mit vermeintlichen Defiziten seiner eigenen Bundespartei auseinandersetzt, blitzt seine Lust an pointierten Aussagen durch, die ihm zu Zeiten von Helmut Kohl den Ruf eines "jungen Wilden" eingebracht hatten.

Steherqualitäten im Wahlkampf

Nach den für die CDU enttäuschenden Ergebnissen der Kommunalwahlen im Juni waren aber vor allem seine Steherqualitäten gefragt. Als die Saar-CDU einen eher verzagten Eindruck machte, konnte sie sich doch auf die Energie und den Machtwillen ihres Vorsitzenden verlassen.

So ist der christdemokratische Wahlkampf denn auch ganz auf seine Person zugeschnitten. Der Vater von drei Kindern liebäugelt seinerseits nicht mehr wie vor fünf Jahren mit einem Wechsel in die Bundespolitik. Doch auch wenn es mit einer dritten Amtszeit im Saarland klappen sollte, wird Müller nicht mehr weitgehend unbeschränkter Herrscher sein. Eine erneute absolute Mehrheit hält selbst er für ausgeschlossen, er müsste dann also die Macht mit einem oder vielleicht auch zwei Partnern teilen.

An der Spitze hält sich Müller jedoch unverdrossen für die beste Wahl. "Ich bin mein Geld wert. Wenn Sie glauben, dass es ein anderer für das gleiche Geld besser macht, dann ist der eine echte Alternative", wies er unlängst vor Unternehmern selbstbewusst Kritik an den Bezügen von Politikern zurück. Am kommenden Sonntag haben die Wähler Gelegenheit, ihr Urteil zu sprechen.

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