Special

Landtagswahlen 2014

Kritik der CDU-Konservativen
AfD-Triumphe mischen Union auf

Die jüngsten Wahlerfolge der AfD haben eine neue Debatte über den Umgang mit der Partei ausgelöst. Parteiübergreifend will man sich dem „Problem“ jetzt offensiver stellen. In der Union ist das nicht unumstritten.
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BerlinNach den überraschend deutlichen Siegen der AfD bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Thüringen wächst bei den Konservativen in der CDU der Ärger über den Umgang der Parteispitze mit der eurokritischen Alternative für Deutschland. Die Strategie der Union, die AfD zu ignorieren, sei fehlgeschlagen, bemängelt der konservative Berliner Kreis in der Union nach Angaben der „Bild“-Zeitung in einem dreiseitigen Manifest.

Die Autoren, darunter CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach und Hessens früherer CDU-Fraktionschef Christean Wagner, fordern die Unionsspitze auf, programmatisch auf die konservativen Wähler der AfD zuzugehen. „Gerade im liberal-konservativen Bereich hat die Union in den letzten Jahren - leider - deutlich an Anziehungskraft verloren.“

Die sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann, die auch der konservativen Unions-Gruppe angehört, sieht den Erfolg der AfD darin begründet, dass die Partei einige der ursprünglichen Kernthemen der Union wie Sicherheit, Währung, Familie besetze. „Die hat die Union in großen Teilen dem Zeitgeist geopfert. Das rächt sich jetzt bitter“, sagte Bellmann dem Handelsblatt. „Wenn die Unionsspitze davon spricht, wegen der AfD nicht vom Kurs der Partei abweichen zu wollen, dann fragen sich einige, gerade in Zeiten der Großen Koalition zurecht, was denn dieser Kurs überhaupt ist und wo er hinführt“, fügte Bellmann hinzu. „Manchmal lässt sich ja der Eindruck nicht vermeiden, dass sich die Union immer weiter nach links jenseits der Mitte bewegt.“

CDU-Chefin Angela Merkel will trotz der Kritik an ihrem Kurs gegenüber der AfD festhalten. „Problemlösungen sind die Antworten, die wir brauchen“, sagte die Kanzlerin am Montag nach einer Sitzung der Führungsgremien ihrer Partei in Berlin. Zugleich bekräftigte sie das Nein der CDU zu Bündnissen mit der AfD. In CDU-Vorstand sei man übereingekommen, dass die beste Antwort auf die AfD „eine erfolgreiche Regierungsarbeit für die Menschen im Lande egal ob in einem Bundesland oder auf der Bundesebene ist“, sagte Merkel. Nachdem sich am Sonntag bei den Wahlen in Thüringen und Brandenburg erneut herausgestellt habe, dass das AfD-Wählerpotenzial aus allen Parteien komme, müsse die Debatte über den Umgang mit der Partei allgemein geführt werden.

Kommentare zu " Kritik der CDU-Konservativen: AfD-Triumphe mischen Union auf"

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  • @ Ginny Belina „Das D im Namen der Parteien steht für Deutschland und für Demokratie,...“

    Sicher? Die Altparteien haben sich diesen Staat zur Beute gemacht, in D besteht keine Demokratie, sondern eine Parteiendiktatur. Bedenken Sie, daß der größte Teil der Abgeordneten im BT über die Mogelpackung „Zweitstimme“ ein „Parteimandat“ erhält, Sie als Wähler haben auf die Figur die dann entsandt wird keinen Einfluß, sie können sie nicht wählen oder gar abwählen.


  • edit:

    Das D im Namen der Parteien steht für Deutschland und für Demokratie,...

  • Das ist ein Spiel, sollte es diess Spiel geben , auf der politischen Metaebene wo Windstille herrscht.

    Keine Einflußmöglichkeiten des "normalen" Wahlbürgers...

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