Liberale Hochburg
FDP-Ortsverband verlässt geschlossen die Partei

Bei der Kommunalwahl vor vier Jahren erreichte die FDP im brandenburgischen Treuenbrietzen 34 Prozent und wurde damit stärkste Kraft. Ausgerechnet dort kommt es jetzt zu einem geschlossenen Parteiaustritt.
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Treuenbrietzen/PotsdamEiner der erfolgreichsten Ortsverbände der FDP in Brandenburg kehrt der angeschlagenen Partei den Rücken. Geschlossen wollen die acht FDP-Mitglieder aus Treuenbrietzen und Niemegk austreten und einen eigenen liberalen Bürgerverein gründen. Die Flämingstadt mit knapp 7500 Einwohnern gilt als eine FDP-Hochburg in Brandenburg. Bei der Kommunalwahl vor knapp vier Jahren wurde die FDP dort mit 34 Prozent stärkste Kraft. Bürgermeister Michael Knape (FDP) wurde 2009 mit gut 70 Prozent wiedergewählt.

„Der geschlossene Parteiaustritt ist keine Entscheidung aus dem Bauch heraus“, sagte der FDP-Ortsvorsitzende Andreas Gronemeier. Schon seit einiger Zeit denke der Ortsverband darüber nach. Die Umfragewerte der Bundespartei von zwei Prozent, Dauerquerelen an der Spitze und die „Ein-Themen-Ausrichtung“ auf Steuerpolitik würden FDP-Politik an der Basis unmöglich machen. „Unter dem Label der Freien Demokraten ist auf kommunaler Ebene kein Blumentopf mehr zu gewinnen“, sagte Gronemeier weiter.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Mafred,

    das mit dem "Volk" macht er, denke ich mal, weil das "majestätischer" kling oder irgendwie "homogener". Er hat offensichtlich so seine Schwierigkeiten, zu akkzetieren, daß es diese Homogenität einerseits nie wirklich gab und nur mit der starken Macht eines faschistisch begründeten Systems durchgesetzt werden konnte. Für ihn ist Lüttwitz "deutsch" und Carl von Ossietzky nur ein Störenfried.

    Um so schwerer dürfte es ihm fallen, zu verstehen, daß Deutschland heute eher so ist, wie in der furiosen "Wild Germany" Reihe in zdfNeo gezeigt wird: Ein Herr im Anzug, der beim allj#äjrlichen Schaulaufen der Wagnerianer, zum Reporter bemerkt "Ah, Crystal Meth. Da kann ich nicht viel sagen. Aber zu LSD, da hätte ich schon mehr zu sagen ..."

    Eben. Ich habe keine Ahnung, was "Rinks und Lechts" ist, obwohl das da

    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/01/11/drk_20120111_1930_8fd9ca4f.mp3

    beim Nachdenken über so etwas wie "konservativ" helfen kann ;-)

  • Also ich finde "Volk" komplett bescheuert, "Bevölkerung" ganz okay und verwende "Gesellschaft". Naja, man müsste mittlerweile "Sauhaufen" verwenden, aber es besteht ja noch Hoffnung, daß wir den östlichen Teil des Landes dann doch noch peu a peu an die Demokratie eranführen können.

    Die sind irgendwie so ... hmmm ... völkisch.

  • Sehr geehrter Herr Melber,
    "auf die deutsche Bevölkerung" klingt sehr viel besser als
    die von Ihnen vorgeschlagene Formulierung "auf das deutsche Volk" ! Letzendlich geht es ja um ein Bildungsproblem: Im Prinzip nämlich um bildungsferne Schichten, die sich mit Soaps abspeisen lassen.-
    Ich nehme an, daß das in unseren Nachbarländern auch nicht viel anders ist, - so lang die BEVÖLKERUNG nichts am eigenen Geldbeutel spürt.
    Im Endeffekt kann man insofern auch auf das "DEUTSCHE.."
    verzichten - oder durch "HIESIGE Bevölkerung" ersetzen.

    DAS DEUTSCHE VOLK tendiert, zumindest im hiesigen Zusammenhang, viel zu sehr in die VÖLKISCHE ECKE, und zwar ohne jeglichen Grund: betroffen von diesem Dilemma, nämlich daß sich die breite Bevölerung nicht um die Wirtschaftspolitik kümmert, sondern sich ablenkt
    (vielleicht auch, weil kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist), sind die Menschen der gesamten Eurozone - zumindest (noch) in jenen Staaten, die noch nicht am Hungertuch nagen.
    Also: lassen Sie "Ihren deutschen Michel" vor der Glotze
    - und schauen Sie selbst über den Tellerrand !
    Vielleicht fällt Ihnen dann sogar auf, daß wir uns in einem Währungskrieg um die Leitwährung befinden, den die USA initiiert haben, damit sie weiterhin ihre Schulden exportieren können.

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