Liberale in der Krise
„Die selbstzerstörerische Lust der FDP“

In der FDP ist der Streit über den künftigen Kurs der Liberalen voll entbrannt. Grund ist eine Analyse von Ex-Parteichef Gerhardt über den Zustand der Partei. Eine FDP-Politikerin sieht schon selbstzerstörerische Tendenzen.
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DüsseldorfDie Vorsitzende der Hamburger FDP, Sylvia Canel, hat sich besorgt über den Zustand ihrer Partei geäußert und Konsequenzen gefordert. „Besonders ausgeprägt in der FDP ist die exhibitionistische und selbstzerstörerische Lust, öffentliche Debatten über interne Personalangelegenheiten zu führen“, sagte die Bundestagsabgeordnete Handelsblatt Online. „Ich kann das weder nachvollziehen noch verstehen und wünsche mir mehr Disziplin und mehr Orientierung an der Sache.“

Canel unterstützte die Einschätzung des früheren Parteichefs Wolfgang Gerhardt, der im Handelsblatt das Fehlen eines Politikentwurfes bemängelt und seiner Partei einen schlechten Zustand bescheinigt hatte. „Es ist richtig, dass die politischen Grundsätze der Parteien nicht mehr deutlich erkennbar sind und damit  die Wertvorstellungen, die den Beschlüssen des Parlaments zugrunde liegen, von den Bürgerinnen und Bürgern nicht mehr vollständig nachvollzogen werden können“, sagte das FDP-Bundesvorstandsmitglied. Das sei allerdings kein FDP-Problem. Es betreffe alle Parteien.

Canel forderte Gerhardt auf, seine Forderungen, die sie inhaltlich teile, vorzulegen und zur Diskussion zu stellen. „Ich freue mich auf die Agenda Gerhardt“, sagte sie.

Anders als Canel widersprach der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki der Analyse Gerhardts. Es fehle der FDP nicht an einem überzeugenden Politikentwurf, "es mangelt vielmehr an überzeugenden Persönlichkeiten, die diesen Politikentwurf glaubwürdig verkörpern", schreibt Kubicki in einem Gastbeitrag im Handelsblatt.  

Mit Blick auf Gerhardt schrieb Kubicki weiter, es stelle sich die Frage, welchen Beitrag er denn als Parteichef selbst geleistet habe, einen überzeugenden liberalen Politikentwurf mitzugestalten. Auch frage er sich, was Gerhardt als Vorsitzender der liberalen Friedrich-Naumann-Stiftung für seine Aufgabe halte, "wenn es nicht dort um die Hervorbringung liberaler Konzepte geht".

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Genscher schießt gegen Rösler

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  • ist schon putzig, dass das "neonationalistische blech" ausgerechnet von einem asiatisch-stämmigen fdp-jüngelchen vorgebracht wird. etwas mehr verständnis dafür, dass wirtschaftsfragen keine frage der nationalität, sondern eher der unterschiedlichen klassen ist, könnte man schon erwarten.

    aber welches personal hat denn die fdp? herr profilneu-rösler hat es in seinem erlernten artzberuf nicht sehr weit gebracht und wird es sicherlich auch wegen der poltikunterbrechung auch nicht mehr weit in diesem beruf bringen. gemäß herrn oldschool kubiki aus sh ist herr lindner die letzte ausfahrt vor der pleite. diese hat herr lindner schon mit seiner firma moomax hingelegt, die der kfw und somit uns steuerzahlern 1,4 millionen gekostet hat. daniel bahr, der gesundheitsminister, ist seit seinem 26. lebensjahr bdb. paralell hat er zwar etwas erfolg an der uni gehabt, aber welche realwirtschaftliche berufserfahrung will dieser denn haben? das personal ist grauenhaft und wirtschaftpoltisch im bezug auf eine soziale marktwirtschaft hat selbst die linkspartei mit wagneknecht und gysi wesentlich versiertere personen mit echtem fachwissen zu bieten.

    auch die zustimmung zu esf und fiskalpakt hat doch nichts mehr mit einer liberalen wirtschaftpoltik zu tun. die fdp unterstützt hier einen bankensozialismus in dem der immer den gewinn hat, der geld eingesetzt hat und nicht der, der die wirtschaftlich richtige entscheidung gefällt hat. früher galt, wer das risiko hat, der soll auch den gewinn haben und wer sich verzockt hat, der war sein geld los. heute kann man dank der politischen unterstützung durch die fdp sich ruhig verzocken. liegt man richtig wird der gewinn privatisiert. habe ich mich verzockt, wird der verlust sozialisiert. was hat dies denn noch mit marktwirtschaft zu tun? und selbst der esf&fiskalpakt kritiker in der fdp, herr schäfer, wollte vor jahren noch die gesamte altersvorsorge der bürger privatisieren und durch privat-equity-banditen verwalten lassen.

  • Wenn Sie nicht freier Arzt(ausgenommen vielleicht Landarzt), freier Architekt, selbständiger Apotheker, selbständiger Rechtsanwalt, Hotelier, angestellte C-level Führungskräfte oder bonibezahler Bänker oder bonibezahle angestellte oder selbständige Versicherungsvertriebler sind brauchen Sie die FDP ganz bestimmt nicht. Die alle zusammengenomme bringen es in Deutschland inklusive Anhang vielleicht auf 1 bis 2 Milionen. Alle alle anderen haben von der FDP nichts zu erwarten außer vielleicht von denen dazu herangezogen zu werden die Einkommen und Hosentaschenfüllungen der vorgenannten zu erwirtschaften und zu bezahlen. Deshalb brauchts diese Gurkentruppe wirklich nicht mehr - und es ist gut dass die garantiert nicht mehr im nächsten Bundestag sitzen werden. Also jede Stimme für die ist eine die unter den Tisch (Fünfprozenthürde) fällt und nichtw mehr bewirkt. Wollen Sie das für Ihre Stimme?

  • Volksbefragung a la Brüderle und Seehofer wegen der Eurokrise. Beide Herren scheinen sehr spät aufzuwachen, denn Merkels undurchsichtige Wendepolitik kann zu keinem Erfolg führen.
    Die FDP 2013 wieder im Bundestag, ja aber da müßte jetzt schon der Austritt aus dieser Koalition kommen, was bezweifelt werden darf. Merkel hast 31 Jahre in der DDR gewohnt u.diesen Staat freiwillig als FDJ Führerin gedient.
    Wer die DDR kennt, weiß was dieses bedeuted!

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