„Lieber Frank...“
Rösler wehrt sich gegen Schäfflers Vorwürfe

In einem persönlichen Brief bemängelte der Finanzexperte Frank Schäffler die Führungsqualitäten von FDP-Chef Philipp Rösler. Der schrieb nun zurück - und betonte sorgfältig die politischen Erfolge unter seiner Führung.
  • 6

BerlinFDP-Chef Philipp Rösler hat sich in einem Brief an seinen Parteifreund Frank Schäffler gegen dessen Attacken zur Wehr gesetzt. Die Liberalen hätten sich - anders als von Schäffler behauptet - „frühzeitig für zielgerichtete Lösungen aus der Schuldenkrise ausgesprochen und hierzu Vorschläge vorgelegt“, heißt es in dem Brief, der der Nachrichtenagentur dapd vorliegt. Mit der nun geplanten Regelung zu den Euro-Rettungsschirme werde „weder die Kapazität der Rettungsmechanismen noch die konkrete Haftung Deutschlands dauerhaft erhöht“.

Rösler argumentierte strikt sachlich. Außer der Anrede „lieber Frank“ enthält der Brief keine persönliche Note - Schäffler wird sogar mit „Sie“ angesprochen.

Der Finanzexperte und „Euro-Rebell“ Schäffler hatte dem Parteivorsitzenden am Dienstag in einem persönlichen Brief Führungsversagen vorgeworfen. Die FDP habe der Union das Thema Euro vollends überlassen. Über das Schreiben hatte Handelsblatt Online bereits berichtet.

Rösler hob nun in seinem Brief an Schäffler die politischen Erfolge der Liberalen unter seiner Führung hervor. Die FDP habe sich gegen eine Aufstockung des Rettungsschirms ESM ausgesprochen - „dabei bleibt es“. Nach den Plänen der Regierung sollen der ESM und der bisherige Schirm EFSF zeitlich befristet parallel laufen. „Ohne die FDP gäbe es (...) schon längst eine Vergemeinschaftung der Schulden in Europa durch Euro-Bonds“, schrieb Rösler.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " „Lieber Frank...“: Rösler wehrt sich gegen Schäfflers Vorwürfe"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ach so, die FDP in ihrem heutigen Zustand erfüllt leider nicht das was unter Liberal zu verstehen ist.

  • Leider gibt es im Deutschen Bundestag nur eine Handvoll Schäffler's. Gäbe es mehr wäre das nur zu Vorteil von uns allen.

    Nach wie vor bin ich der Auffassung dass Deutschland eine Liberale Demokratische Partei nötig hat, nötiger denn je. Wer aber Liberal mit"Neoliberal" ein Wortgeschöpf der Schröder (SPD); Fischer (BündnisGrüne) und Eichel (SPD) assoziiert , der hat Liberal falsch verstanden.

  • 'Mit der nun geplanten Regelung zu den Euro-Rettungsschirme werde „weder die Kapazität der Rettungsmechanismen noch die konkrete Haftung Deutschlands dauerhaft erhöht“.'

    Wenn Herr Rösler das Wort "dauerhaft" schreibt, dann bestätigt er, dass die Kapazität der Rettungsmechanismen erhöht wird. Wenn er angibt, dass dies nicht dauerhaft sein wird, dann kann er auch darlegen, wer die Kapazität wieder zurück fährt.

    Denkt er vielleicht daran, dass Deutschland Bonds auf die Kapitalzeichnung beim ESM ausgibt, dem Beispiel Griechenlands folgt und die Gläubiger zum Kapitalverzicht auffordert. Wie soll's sonst funktionieren?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%