Linke Liebschaften
Lafontaine + Wagenknecht = „enge Freunde“

Über eine Beziehung zwischen Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht wurde lange spekuliert. Nun hat der getrennt lebende Ex-Linken-Chef auf einem Parteitag zugegeben, dass Wagenknecht und er liiert sind.
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Saarbrücken/BerlinDer frühere Linke-Chef Oskar Lafontaine und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht sind ein Paar. Das gab Lafontaine am Samstag überraschend auf einem Landesparteitag in Saarbrücken bekannt. „Ich lebe seit einiger Zeit getrennt und bin seit einiger Zeit mit Sahra eng befreundet“, sagte der 68-Jährige am Ende einer rund einstündigen Rede. Mehr wollten beide dazu nicht sagen. In ihrem Umfeld wurde aber bestätigt, dass sie eine Beziehung führen.

Lafontaine ist noch in dritter Ehe mit der Politikerin Christa Müller verheiratet und hat zwei Kinder. Die 42-jährige Wagenknecht heiratete Ende der 90er Jahre den Filmproduzenten Ralph Niemeyer, der in Irland lebt. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Spekulationen über ein privates Verhältnis zwischen Lafontaine und Wagenknecht gegeben. Auch politisch gelten die beiden als Team. Dem saarländischen Fraktionschef wird nachgesagt, am Aufstieg der früheren Wortführerin der Kommunistischen Plattform hinter den Kulissen tatkräftig mitgewirkt zu haben.

Wagenknecht war 2010 zur stellvertretenden Parteivorsitzenden und erst am vergangenen Dienstag zur Vizefraktionschefin im Bundestag gewählt worden. Ihren Aufstieg bis an die Spitze verhinderte Gregor Gysi, der die Fraktion nun zunächst alleine weiterführt. Eine Doppelspitze mit Wagenknecht hatte er mit der Begründung abgelehnt, ein Führungsduo funktioniere nur mit zwei Zentristen oder zwei Flügelvertretern. Er selbst sieht sich als Mann der Mitte, Wagenknecht gilt vielen in der Partei immer noch als Linksaußen, obwohl sie sich selbst nicht mehr so sieht.

Sowohl Lafontaine als auch Wagenknecht werden weitergehende politische Ambitionen nachgesagt. Viele in der Partei hoffen darauf, dass der saarländische Fraktionschef in die Bundespolitik zurückkehrt und die Linke 2013 als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl führt. Wagenknecht wird für den Parteivorsitz gehandelt. Sie selbst hat sich bisher ablehnend zu einer Kandidatur geäußert, sie aber auch nicht ganz ausgeschlossen. Die neue Doppelspitze wird im Juni 2012 gewählt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Linke Liebschaften: Lafontaine + Wagenknecht = „enge Freunde“"

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  • Ob das Liebe ist wage ich zu bezweifeln, es ist eher ein Politabenteuer. Wagenknecht bedient sich des Sprungbretts Lafontaine. Der Beziehung, die sicherlich innerhalb der Linken gemischte Gefühle ausgelöst hat und noch Spannungen auslösen wird, gebe ich eine Zerfallszeit von höchstens 4 Jahren, dann hat die Hebelwirkung von Geld und Macht ihre Schuldigkeit getan.

  • @ margrit117888
    Ein Herz für alle zu haben, ist nicht unchristlich.
    Wilhelm I. baute sogar in den Arbeiterquartieren Bordelle zur Entlastung der Frauen am Waschtag.

  • Als Millionär und Familienvater hatte sich Lafontaine in der Linken den Ruf eines Bourgeois eingehandelt, den die orthodoxen Linken aus dem Osten nun überhaupt nicht leiden können. Und so ist es nicht Lafontaine, der der Wagenknecht den Weg bereitet, es ist umgekehrt. Sie polt um, weil Oscar die Wählerstimmen im Westen holen kann. Dämlich ist es, den Partnerwechsel in die Öffentlichkeit zu tragen. Da war Kohl bei weitaus mehr Fleiß geschickter.
    Die Familie ist eine besonders schützenswerte Institution, weil sie die Urzelle des Staates ist. Wer den Nationalstaat abschaffen will, ist automatisch gegen die Familie, bringt die Frau in die Rolle einer entmündigten Gebärmaschine mit der Folge, daß der Staat die Rolle der Eltern übernimmt. So entfremden sich die Generationen, sind füreinander nicht mehr zuständig und unter dieser Last bricht der Sozialstaat zusammen.
    Beide können mit ökonomischen Sachverstand gut punkten, doch gilt in der Wirtschaft nicht so sehr die Kenntnis, sondern grundlegend der Neid. Was der hat, will ich auch haben. Das ist es, woran der Ostblock gescheitert ist.
    Nun, Gegensätze ziehen sich an und erfolgt ein Gespräch auf gleichem Niveau, so kann ein wenig gut aussehender Mensch urplötzlich schön und auch begehrenswert erscheinen. Das meinte ich mit “geheimnisvoller Erotik”.

    Richtespruch: “Wenn dieses Haus so lange steht, bis auf der Welt der Neid vergeht, so steht es nicht nur gewisse Zeit, es steht bis in alle Ewigkeit.”

    http://www.bps-niedenstein.de/

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