Lokführer-Streit
EVG will neue Lokführer-Verträge verhindern

Mit der Deutschen Bahn hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer bereits neue Rahmentarife verhandelt, nun sollte die Konkurrenz folgen. Doch die große Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft fährt jetzt dazwischen.
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Berlin

In einem Brief warnt die EVG das private Bahnunternehmen Veolia vor dem Abschluss eines Lokführer-Rahmentarifvertrages mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Das berge "gravierende Gefahren" für den mit der EVG geschlossenen Branchentarifvertrag, heißt es in dem Schreiben von EVG-Vorstandsmitglied Reiner Bieck an Veolia-Geschäftsführer Ragnar Nordström vom 12. Mai, das der dpa vorliegt.

"Faktisch würde damit die Repräsentativität unseres Tarifvertrages geschwächt und letztlich auch der jetzt erreichte Sozialschutz im Schienenpersonen-Nahverkehr aufgegeben", schrieb Bieck.

Sechs große Wettbewerber der Deutschen Bahn im Regionalverkehr, darunter Veolia Verkehr, hatten im Februar mit der EVG einen Tarifvertrag über einheitliche Branchenstandards geschlossen. Wechselt ein Streckennetz nach einer Ausschreibung zu einem anderen Betreiber, so bleibt den Beschäftigten nun zumindest das Grundgehalt erhalten. Der Branchenvertrag soll verhindern, dass der Wettbewerb über niedrige Einkommen ausgetragen wird.

Die GDL will sich diesem Tarifvertrag aber nicht anschließen, sondern dringt auf einen eigenen Abschluss. Mit der Deutschen Bahn hat sie sich bereits geeinigt. Veolia hat sich zuletzt geweigert, mit der GDL neuerliche Verhandlungen über einen Rahmentarif zu führen.

Die Veolia-Tochter Mitteldeutsche Regiobahn hat nach eigenen Angaben vom Wochenende inzwischen mit rund 70 Lokführern und ebenso vielen Kundenbetreuern Einzelverträge über Lohnerhöhungen abgeschlossen. Die GDL hält das Vorgehen für "unsauber" gegenüber den Beschäftigten, da das Unternehmen die Zulagen jederzeit wieder streichen könne. An diesem Dientag verhandelt die GDL in Berlin wieder mit Keolis, einer Tochter der französischen Staatsbahn SNCF.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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