Lokführerstreiks
GDL nimmt Veolia weiter in die Zange

Die Lokführer bestreiken in Halle die Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt (VVSA). Und dabei zieht die Gewerkschaft GDL deutlich die Daumenschrauben an.
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HalleDie Lokführergewerkschaft GDL hat im Tarifkonflikt ihre Streiks gegen Konkurrenten der Deutschen Bahn AG fortgesetzt. Am Mittwoch wollten die Lokomotivführer des HarzElbeExpresses (HEX) der Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt (VVSA) seit 3.00 Uhr die Arbeit niedergelegen. Dies hatte die GDL in der Nacht zum Mittwoch in Halle ankündigt. Das Streikende sollte gesondert bekanntgegeben werden. Ziel sei des Arbeitskampfes sei es, die VVSA schnell wieder an den Verhandlungstisch zu bekommen.

Die Gewerkschaft hatte am Freitag angekündigt, Streiks künftig nicht mehr zwölf Stunden im Voraus bekanntzugeben, sondern mit einer weitaus kürzeren Frist.

Nach GDL-Angaben gebe es bei der VVSA gravierende Unterschiede beim Einkommen. So liege der Einstiegslohn für Lokomotivführer inklusive Zulagen bei der VVSA weit unterhalb der einheitlichen Rahmenregelungen. Diese gelte bereits für 90 Prozent aller Lokführer.

Die GDL will eine einheitliche Bezahlung aller 26.000 Lokführer in Deutschland - und zwar auf dem hohen Niveau des Marktführers Deutsche Bahn (DB). Dort ist der notwendige Rahmentarif schon unter Dach und Fach. Die DB-Konkurrenten - die Regionalbahnen mit etwa 6000 Lokführern - sind nach GDL-Darstellung mehrheitlich zu Verhandlungen bereit. Mit etwa neun - darunter die VVSA - von ehemals gut 20 Bahnunternehmen herrsche allerdings noch Funkstille.

Die VVSA habe trotz vorangegangener massiver Arbeitskämpfe jedes Angebot zu inhaltsgleichen Rahmenregelungen für Lokführer verweigert, hieß es in der GDL-Erklärung von Mittwochmorgen. „Dieses ist umso unverständlicher, da die VVSA zum einen ein erfolgreiches Unternehmen ist und entsprechende Gewinne erwirtschaftet (...)“, hieß es weiter.

Die HEX-Geschäftsführung verurteilte den Streik. „Die GDL versucht mit immer drastischeren Mitteln, möglichst viele Fahrgäste zu treffen, um Druck zu erzeugen und ihre Minderheitsinteressen durchzusetzen.“ Die VVSA sei bereits an die „Grenzen des Finanzierbaren“ gegangen und habe erhebliche Lohnsteigerungen angeboten, hieß es in einer Erklärung der VVSA.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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