Marburger Bund fordert
Ausländische Ärzte sollen Deutschprüfung ablegen

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund setzt sich für eine Sprachprüfung für ausländische Ärzte ein. Ihr Vorsitzender meint: „Ein Arzt aus einem Drittland muss mehr können, als in der Nachtschicht Pizza zu bestellen.“
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NürnbergZum Schutz der Patienten fordert der Marburger Bund die Einführung von Sprachprüfungen für ausländische Ärzte. Auf ihrer Hauptversammlung am Wochenende in Nürnberg verlangte die Ärztegewerkschaft auch mehr Geld für Krankenhäuser. Darüber hinaus sollen sich die Bonuszahlungen für Chefärzte nicht an steigenden Fallzahlen, sondern an Qualitätskriterien orientieren.

Der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, sagte: „Ein Arzt aus einem Drittland muss mehr können, als in der Nachtschicht Pizza zu bestellen.“ Ausländische Ärzte müssten von ihren deutschen Arbeitgebern eine mehrmonatige Sprachausbildung und eine Einführung in das deutsche Gesundheitssystem erhalten. Mindeststandard sei die Fähigkeit, praxistaugliche Arztbriefe und Behandlungsempfehlungen für die Patienten verfassen zu können.

„Unter diesem Niveau sollte kein Arzt aus dem Ausland eine Zulassung in Deutschland erhalten“, sagte Henke. Der Marburger Bund geht davon aus, dass sich durch die Krise in der Eurozone in den kommenden Monaten verstärkt junge Mediziner aus Griechenland und Spanien an deutschen Krankenhäusern bewerben werden.

Vor dem am Dienstag beginnenden 115. Deutschen Ärztetag in Nürnberg beschäftigten sich die Delegierten auch mit dem von der Bundesregierung geplanten Patientenrechtegesetz. „Das hat noch einige Zähne, die wir ziehen müssen“, sagte Henke. Kritik übte er vor allem an der geplanten Verpflichtung, dass Patienten vor einer Operation von dem Arzt aufgeklärt werden müssen, der tatsächlich den Eingriff vornimmt.

Das ist nach Henkes Ansicht „unsinnig und realitätsfremd“. Seiner Einschätzung nach würde dies dazu führen, „dass nicht mehr genug erfahrene Ärzte für Operationen an den Kliniken zur Verfügung stehen, weil sie mit Aufklärungsgesprächen beschäftigt sind“.

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Ausländische Ärzte sollen Deutschprüfung ablegen

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Mehr Geld für Klinken statt für Chefärzte

Kommentare zu " Marburger Bund fordert: Ausländische Ärzte sollen Deutschprüfung ablegen"

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  • Das Problem ist, dass das deutsche Gesundheitssystem zu unattraktiv fuer auslaendische Aerzte ist, als dass man fachliche & sprachliche Vortests wie sie z.B. in USA ueblich sind ernsthaft verlangen koennte (USMLE, ECFMG, TOEFL ...). Man muss quasi dankbar sein, wenn ueberhaupt jemand kommt ...

    Wenn man mal von Pendlern absieht (wohnen im osteurop. Heimatland, arbeiten in D), kommt nach Deutschland leider die internationale Negativauslese derer die zu schlecht/ zu bequem ist fuer andere Laender, welche auch Aerzte "importieren" (wie z.B. Schweiz, UK, Norwegen, USA, Australien ...).

    Mein Vorschlag: Arbeitsbedingungen in deutschen Kliniken verbessern, dadurch Ausreise deutscher Medizin-Fachleute reduzieren und gleichzeitig Kompetitivitaet bzgl. Anwerbung der besten internationalen Mediziner & Pflegefachleute verbessern.

  • @margrit...

    wenn sie aus dem Gesundheitswesen kommen, so ist es doch beachtlich, welche Wissensmängel sie aufweisen. Die Diagose ob Appendizitis vorliegt oder nicht, ist durch eine CT_Aufnahme fast mit 100% Sicherheit zu diagnostizieren. Übrigens in den USA fast überall Standard. Sollten sie gar in einem Krankenhaus arbeiten, in dem man heute noch Eileiter-Schwangerschaften und Appendizitis verwechselt, so soolten sie hier dringend etwas unternehmen, anstatt sich unqualifiziert über ausländische Ärzte aufzuregen

  • @margritt...

    wenn sie wirklich im Gesundheitswesen arbeiten, dann dürfte ihnen bekannt sein, daß die ausländischen Ärzte eher ein kleines Problem des deutschen Gesundheitswesen sind. 20 000 "MRSA-Tote" im Jahr. Hunderttausende Folgeoperationen, verursacht durch MRSA-Infektionen. Ca 20 000 Tote im Jahr durch Falschmedikationen, Verunsicherung der Patienten durch die unsäglichen IGEL-Leistungen, Beraterverträge von Ärzten mit Pharmafirmen,
    Honorarzahlungen von Ärzten für Krankenhauseinweisungen (übrigens nicht strafbar) Absprachen von Vertretern der Ärzteschaft mit dem Inhalt bei der Bundestagswahl 2009 die FDP zu unterstützen, wenn diese im Gegenzug das Gesundheitsministerium beanspucht usw. usw... Ausländische Ärzte dürften da etwa auf Platz 99 einer Mängelliste des deutschen Gesundheitssystems rangieren.

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