Maßnahmenbündel
Bund treibt Spitzenforschung an

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hat ein umfassendes Bündel von Maßnahmen geschnürt, um Forschung und Wirtschaft in Deutschland besser zu verzahnen. In einem Papier, das dem Handelsblatt in Auszügen vorliegt, hat sie erstmals die im Grundzug bereits beschlossene sechs Milliarden Euro schwere High-Tech-Initiative der Regierung konkretisiert.

DÜSSELDORF/BERLIN. Schavan will unter anderem einen intensiven Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fördern; kleine und mittlere Unternehmen erhalten eine Prämie, wenn sie Forschungsaufträge vergeben. Zudem sollen Wissenschaftler leichter einschätzen können, ob ihre Forschungsideen bereits marktreif sind. Dafür will Schavan in ihrem Haus eigene Modelle entwickeln lassen, insbesondere will man Unternehmen früher in den Prozess einbinden. Ihr neues Konzept wird sie im August dem Kabinett vorlegen.

Die High-Tech-Initiative soll eine große Schwäche der sonst sehr leistungsstarken Forschungslandschaft beheben: „Bei uns in Deutschland gelingt es leider viel zu wenig, wissenschaftliche Erkenntnisse in wirtschaftlich verwertbare Technologien zu überführen“, beklagt der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss. „Unsere Verfahren zur Umsetzung von Forschung in Produkte reichen immer noch nicht“, sagt auch Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer Gesellschaft. So habe man in seinem Institut die Technologie für den MP3-Player entwickelt, aber kein Unternehmen in Deutschland wollte sie an den Markt bringen. „Es gibt eben keine Innovationen ohne Risikobereitschaft“, sagt Bullinger im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Das Schavan-Papier garantiert nach Bullingers Einschätzung „ein hohes Maß an Kontinuität zwischen der Forschungspolitik der alten und der der neuen Bundesregierung“. Einige Aktionen von Rot-Grün, wie etwa die Förderung der Grundlagenforschung, würden weitergeführt. Die High-Tech-Strategie sei jedoch etwas Neues, sagte Bullinger.

Wie aus dem Papier weiter hervorgeht, ist neben einem Gründerfonds auch ein Wettbewerb vorgesehen, bei dem die besten deutschen Hochtechnologiezentren, die so genannten Spitzencluster, ausgezeichnet werden sollen. Das Ministerium erhofft sich dadurch, die Technologiezentren ähnlich mobilisieren zu können wie bei dem Wettbewerb für die Eliteuniversitäten. Intensiv will das Forschungsministerium Public-Private-Partnership-Modelle prüfen, um den Ausbau von Forschungsinfrastruktur leichter realisieren zu können.

Seite 1:

Bund treibt Spitzenforschung an

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%