Medienbericht
Agenturen sparen bei Arbeitslosenförderung

Rund 1,6 Milliarden Euro sind 2012 von den Arbeitsagenturen nicht genutzt worden. Das Geld war zur Förderung von Arbeitslosen gedacht. Im neuen Jahr sollen Initiativen nun frühzeitiger gestartet werden.
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BerlinDie Arbeitsagenturen haben einem Medienbericht zufolge im vergangenen Jahr 1,6 Milliarden Euro zur Förderung von Arbeitslosen nicht genutzt. Statt der dafür zur Verfügung stehenden elf Milliarden Euro seien 2012 nur 9,4 Milliarden ausgegeben worden, berichtete die Online-Ausgabe der Berliner Tageszeitung "Welt" am Dienstag unter Berufung auf vorläufige Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit. Die Differenz gehe nun in die Rücklage der Arbeitslosenversicherung.

Insgesamt rechnet die Bundesagentur dem Bericht zufolge mit einem Überschuss von 2,5 Milliarden Euro - der Großteil stammt aus den nicht genutzten Fördermitteln. Weitere rund 300 Millionen Euro würden von den Jobcentern für Fördermaßnahmen für Hartz-IV-Empfänger nicht ausgegeben.

"In 2012 wurden die arbeitsmarktpolitischen Spielräume nicht voll ausgefüllt", kritisierte DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy, der auch im Verwaltungsrat der Bundesagentur sitzt. Die Gewerkschaft dringe darauf, dass im neuen Jahr frühzeitiger mit arbeitsmarktpolitischen Initiativen begonnen werde. Dabei müsse ein stärkeres Gewicht auf die längerfristigen und auf einen Berufsabschluss zielenden Maßnahmen gelegt werden.

 
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Dies ist vernünftig. Ich selbst habe als Hochschullehrer versucht, über 1 Euro Jobs arbeitslose Akademiker an neue Technologien heranzuführen. Leider war dies nicht wegen schlechter Erfahrungen der Kandidaten erfolgreich; ein promovierter Bewerber berichtete über so viele sinnlose Computer-, Bewerbungs- und Wirtschaftkurse mangelhafter Qualität, die ihn so demotiviert hätten, dass er egal welche Maßnahme jetzt ablehne. Diese Kurse demotiveren offensichtlich und füllen bloß die Taschen von irgendwelchen mit Gerwerkschaften und Sozialverbänden vernetzten Beratern. Diese Seilschaften haben wohl auch erreicht, dass der Hamburger Steuerzahler für die Betreuung eines schwererziehbaren Kindes 7500 Euro pro Monat zahlen musste. Insoweit waren die Arbeitsmarktagenturen mutig, dass nun Gewerkschaftsfunktionäre aufheulen, deutet daraufhin, dass hier wohl jemand ein Geschäft verliert.

  • Wir brauchen Ingenieure, Mathematiker, Biologen und CO. Wäre schön, wenn aus HartzIV-Empfänger durch Bildungsinvestition das erreichen ließe. Wenn das aber eher aussichtlos ist, weil schon die Grundlagenausbildung fehlt, dann sollte man sich das Geld richtigerweise sparen und besser in deren Kinder investieren.

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