Medienbericht
Rösler will Finanzmärkten Öffentlichkeit verordnen

Bundeswirtschaftsminister Rösler will demnächst, laut Medienbericht, einen Plan für die strengere Kontrolle von Finanzmärkten vorstellen. Er will etwa den Hochfrequenzhandel eindämmen und die Rating-Agenturen entmachten.
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Berlin Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hat seine Forderung nach einer schärferen Kontrolle der Finanzmärkte konkretisiert. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ will der FDP-Chef Finanzkrisen mit einem Acht-Punkte-Plan vorbeugen.

Konkret wolle er den Hochfrequenzhandel eindämmen, gegen Hedgefonds und andere Finanz-Heuschrecken vorgehen sowie die Rating-Agenturen entmachten. „Schattenbanken können das Finanzsystem genauso gefährden wie reguläre Banken“, zitiert die Zeitung aus dem ihr vorliegenden Papier. Trotzdem würden Hedgefonds, Private Equity Fonds und Geldmarktfonds so gut wie nicht reguliert und beaufsichtigt.

Das will Rösler ändern: „Analog zum Bankensektor sollten die Fonds strenge Eigenkapitalanforderungen erfüllen und ihre Verschuldung begrenzen.“ Ihre Beziehungen zu regulären Banken sollten zudem unter Aufsicht gestellt werden.

Rösler will dem Bericht zufolge den von Computern gesteuerten Handel mit Aktien, Anleihen und Geld stärker beaufsichtigen lassen. Deshalb sollten künftig an allen Börsen der Europäischen Union automatische Handelsunterbrechungen bei starken Kursschwankungen möglich sein. Eine solcher Stopp ist bei den meisten deutschen Börsen bereits üblich.

Zudem wolle der Minister den Spielern auf dem Finanzmarkt mehr Öffentlichkeit verordnen: „Händler dürfen nicht länger anonym bleiben.“ Nach Röslers Vorstellungen sollten zudem externe Ratings künftig nur noch in Ausnahmefällen von den Aufsichten vorgeschrieben werden. Zumindest müssten sie dann von den Investoren selbst bezahlt werden.

„Auch die Bewertung von Staatsanleihen sollte nicht alleine den Rating-Agenturen überlassen werden“, heiße es in dem Papier weiter. Vielmehr sollten die Banken dies selbst vornehmen und zwar nach den Methoden, die auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) anwende. Zur Besteuerung der Finanzmärkte schlage Rösler die Einführung einer Stempelsteuer nach britischen Vorbild vor.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht : Rösler will Finanzmärkten Öffentlichkeit verordnen"

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  • Was fuer ein unglaublicher Ruepel. Bei Grohe wurden uebrigens ueber 1.000 Jobs abgebaut. Das ist die Realitaet. Ausser den verbliebenen Topmanagern hatte niemand was von dieser Uebernahme-Aktion.

  • Sieh an, sieh an: ein politisches Federgewicht wird nun ganz unerwartet doch noch zum gestandenen Kerl, der seinem Gegner so richtig die Kante geben wird...! Ein finanzökonomisches Schwergewicht hat dem kleinen Bubi über viele Jahre hinweg schon beim Wiegen ins Gesicht gespuckt und vor aller Öffentlichkeit nur hämisch gegrinst....- aber jetzt kommt die Revanche, jetzt koooommmmt Röööööössssllllleeeeerrrr....!!! Loooos Rösler, mach sie fertig - Kinnhaken und voll eins..., zwei..., drei... auf die Fresse...!! Und in der dritten Runde sollte wenigstens ein technisches K.O. doch noch drin sein...!! Los Rösler, wir zählen auf Dich, wir glauben an Dich, nur an Dich... !!

  • Don Quijote läßt grüßen. Wer ist Sancho Pansa?

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