Medienbericht
Warnung vor Alleingang beim Atomausstieg

Der Chef der Energieagentur IEA warnt Deutschland vor einem Alleingang in Sachen Atomausstieg. Dies könne die Nachhaltigkeit und die Versorgungssicherheit gefährden.
  • 6

HamburgEin deutscher Alleingang beim Atomausstieg setzt nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA, Paris) Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit in ganz Europa aufs Spiel. Im Interesse der Region sollte Deutschland eine gemeinschaftliche Entscheidung in der EU anstreben, sagte der Chef der Agentur, Nobuo Tanaka, der „Financial Times Deutschland“ (Montag). „Es geht nicht um ein deutsches, es geht um ein europäisches Problem.“

Nach der Katastrophe im japanischen Atomkraftwerke Fukushima rechnet die IEA mit einem sinkenden Anteil der Atomkraft an der weltweiten Stromversorgung. Tanaka sagte, man werde in die Projektionen seiner Organisation ein Szenario aufnehmen, in dem der Anteil der Kernkraft an der weltweiten Stromproduktion des Jahres 2035 statt 14 Prozent nur zehn Prozent betragen werde. 2008 lag der Anteil bei 13,5 Prozent.

Dieses Szenario biete weniger weltweite Versorgungssicherheit und sei teurer für die Verbraucher, weil dann mehr Strom aus Gas und aus erneuerbaren Energien erzeugt werden müsse. Der aus Japan stammende Exekutivdirektor sagte, nach dem Zwischenfall in Fukushima müssten die Sicherheitsstandards in der Atomindustrie erhöht werden: „Kernkraftwerke könnten teurer werden.“ Dennoch bleibe die Kernkraft weiterhin eine Option auf dem Weg zu einer möglichst kohlenstoffarmen Stromproduktion.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht: Warnung vor Alleingang beim Atomausstieg "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Jetzt verstehe ich es: wir müssen die AKWs weiter betreiben, um die Anpassungsunfähigkeit der Nachbarländer zu gewährleisten. Ich hatte übersehen dass man nur in Deutschland Windräder aufstellen kann. Mein Fehler.

  • Das Problem ist, dass wir strommäßig nicht autark sind. D. h., hat Frankreich, Holland usw. zu wenig Strom und wir genug, dann liefern wir dorthin, haben wir zu wenig, liefern die uns.
    Wir sind also sozusagen ein Stromverbund. Schalten wir jetzt die AKW's ab, geht das nicht mehr.
    Dann können wir nur noch zukaufen, ürigens teurer als jetzt,ist aber gerade in Frankreich der Strom auch knapp, kann es mit dem Zukauf problematich werden.
    Wieso und warum das mal gekommen ist, dass wir da nicht eigenständig sind, weiß ich nicht. Diese Abhängigkeiten aber, das zeigt sich jetzt genau, bergen viele Probleme.
    Sollte dies noch andre Bereiche betreffen, so wird es Zeit, dass darübr mal nachgedacht wird. Ein Europ in Frieden und gemeinsamen Handeln kann nicht so weit gehen, dass einzelne Staaten nicht mehr alleine handlungsfähig sind

  • Deutschland wird dann Strom im Ausland dazukaufen!!! Wer bezahlt? nicht nur die, die heute "sofort aus der Atomenergie aussteigen" schreien.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%