Mediziner-Honorare
Ein Ärztestreik vor dem Ende, der andere vor dem Start

Der Ärzteverband Marburger Bund könnte am Nachmittag die Weichen für ein Ende des seit Mitte März andauernden Streiks an Uni-Kliniken und Landeskrankenhäusern stellen. Dagegen steht den Krankenhäusern in kommunaler Trägerschaft der Arbeitskampf noch bevor.

HB FRANKFURT AM MAIN. Nachdem es am Samstag bei einem Treffen des Vorsitzendes des Marburger Bundes (MB), Frank Ulrich Montgomery, und dem Chef der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), Hartmut Möllring (CDU), eine Annäherung gegeben hatte, will die Tarifkommission des MB heute die neue Lage bewerten. Die Tarifkommission will entscheiden, ob auf der Grundlage des Gesprächs vom Wochenende eine Einigung möglich ist. Die Sitzung beginne am Nachmittag in Frankfurt und werde vermutlich bis in den Abend dauern, teilte der MB am Sonntag mit.

Gleichwohl will der Marburger Bund die Ärzte-Streiks um bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen an rund 40 Kliniken heute wie geplant ausweiten und verschärfen. Die Notfallversorgung soll aber gesichert sein. In Leipzig ist für den Nachmittag eine Ärzte-Kundgebung geplant.

Beide Seiten hatten sich nach dem Treffen am Samstag in Hannover vorsichtig optimistisch gezeigt, den Streit bald beenden zu können. Montgomery sagte, er sehe eine „realistische Chance“, dass es „innerhalb einer Woche zu einem Ergebnis kommt“. Der niedersächsische Finanzminister Möllring sagte: „Ich bin vorsichtig optimistisch, dass die Streiks an den Unikliniken bald beendet werden.“ Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Es sei Vertraulichkeit vereinbart worden.

Der Marburger Bund fordert für die 22 000 Ärzte an Unikliniken und Landeskrankenhäusern 30 Prozent höhere Einkommen. Die Länderseite dringt darauf, dass die Ärzte einen bereits mit der Gewerkschaft Verdi ausgehandelten Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst akzeptieren. Darin sind Einkommenssteigerungen für Uni-Ärzte bis zu 23 Prozent vorgesehen. Dem Marburger Bund ist dies zu wenig.

Die für die kommunalen Krankenhäuser zuständige Tarifkommission des Marburger Bund wird anschließend ebenfalls in Frankfurt am Main entscheiden, ob die Verhandlungen für die 70 000 Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern für gescheitert erklärt werden. In diesem Fall droht ein weiterer Ärzte-Streik. Die Gespräche waren am Freitag ergebnislos abgebrochen worden.

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