Mehr als nur Geld
Bundesregierung verspricht Athen Aufbauhilfe

Deutschland will Griechenland mit mehr helfen als nur Geld. Ein angeblicher Plan für einen Schuldenschnitt ist aber laut Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter „Unsinn“, über weitere Finanzhilfen könne man aber sprechen.
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BerlinDie Bundesregierung will ihre Unterstützung Griechenlands über reine Finanzhilfen hinaus verstärken. Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter erklärte in einem Schreiben an Parlamentarier, notwendig sei „eine konzertierte, partnerschaftliche Aufbauhilfe.“ Das Außenministerium habe sich bereit erklärt, die Koordinierung unter den Ressorts zu übernehmen. Mit Geld alleine könnte dem Land nicht geholfen werden. Kampeter bekräftigte mit Blick auf die Debatte um ein weiteres Griechenland-Hilfspaket, die Bundesregierung sei „unter klarer Konditionalität“ bereit, über weitere Finanzhilfen für das Land zu sprechen. „Unsinn ist die Behauptung, dass ein Schuldenschnitt öffentlicher Gläubiger geplant ist“, unterstrich er aber.

In dem Positionspapier aus dem Ministerium heißt es mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung in Griechenland: „Die bisherigen Reformen sind immens, aber sie reichen noch nicht aus, um den nachhaltigen Erfolg zu sichern.“ Angesichts von Zahlungs- und Liquiditätsverpflichtungen im Mai 2014 von rund 10,5 Milliarden Euro müsse festgestellt werden, dass das laufende Programm „nicht mehr durchfinanziert“ sei. Bei ähnlichen Konstellationen in der Vergangenheit habe die Euro-Gruppe eine politische Erklärung zur Sicherung der künftigen Finanzierung abgegeben.

Neue Hilfen habe die Eurozone dem Land „unter der Bedingung einer erfolgreichen Programmumsetzung - und falls notwendig - weiterer Maßnahmen zur Verbesserung seiner Schuldentragfähigkeit zugesagt. Unrealistische Erwartungen an einen Schuldenschnitt zur Unzeit wären jedoch kontraproduktiv“, heißt es in dem Bericht aus dem Ministerium. Vor Mitte des Jahres stehe keine Entscheidung an, sagte Kampeter. Zunächst warte man ab, ob bis Ende April die notwendigen Fakten vorlägen. Über die Notwendigkeit und gegebenenfalls die Form weiterer Schuldenerleichterungen kann dem Bericht zufolge nur im Rahmen einer Gesamtkonzeption entschieden werden. Zudem wird gewarnt: „Eine zu frühe Entscheidung über ein neues Anpassungsprogramm könnte sich negativ auf den Reformwillen auswirken.“

Besserungen in Griechenland weist der aktuellen Markit-Einkaufsmanager-Index für die Industrie vom Januar aus. „Griechenland schaffte es erstmals seit August 2009 zurück in die Wachstumszone“, teilte das Institut mit. Auch das Exportgeschäft des Landes habe angezogen. Die Entlassungswelle in dem Land sei abgeebbt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Mehr als nur Geld: Bundesregierung verspricht Athen Aufbauhilfe"

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  • In Griechenland wurde schon sooo viel geleistet.
    Griechenland braucht 2014 den Rettungsschirm nicht mehr.
    [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Dafür haben die Deutschen aber eine "Mutti" als Kanzlerin, die dem Volke ein gutes Gefühl vermittelt, daß es ihnen gut ginge. Bin gespannt, wann dieses Volk erkennt, welche Rabenmutter es hat.
    Merkel stritt letztes Jahr noch das Ungleichgewicht der Vermögen in den Ländern ab, sie rechnete einfach das Geld der Rentenkasse zum Vermögen der Bürger. Dieses jahr plündert sie die Rentenkasse und äußert sich nicht mehr zur Vermögensverteilung.

  • Der nächste Betrug am Steuerzahler und an den Wählern wird langsam vorbereitet. Nach und nach entpuppt sich nämlich, daß die Aussagen Schäubles "Griechenland ist auf einem gutem Weg." oder "Es gibt keinen Schuldenschnitt." nichts anderes waren als dreiste, schamlose Lügen. Wie schon so oft, bei Herrn Schäuble.

    Die griechischen Verhältnisse, daß sich Eliten bereichern und dafür lügen und betrügen, haben durch den Euro längst in Berlin Einzug gehalten.

    Dieser Euro muss weg!
    Im Mai wird gewählt!

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