Merkel baut auf Schäuble
Stabilitätsanker einer zerrissenen Koalition

Dass Angela Merkel so beliebt ist bei den Bürgern, hat vermutlich damit zu tun, dass sie als Kanzlerin nicht marktschreierisch zu Werke geht. Ihre Koalition bietet dagegen ein Bild der Zerstrittenheit. Woran liegt das?
  • 7

DüsseldorfIrgendwann nach ihrem Aufstieg zur Kanzlerin vor sieben Jahren wurde Angela Merkel der Spitzname „Mutti“ verpasst. Ein Charakteristikum, das bis heute nicht zu der nüchternen Naturwissenschaftlerin passt. Weder gibt sich die 58-Jährige besonders mütterlich noch tritt sie auf wie ein tüdeliges Muttchen. Damals belächelten führende Christdemokraten die Frau aus dem Osten und sahen in ihr immer noch eine Übergangslösung. Inzwischen ist von ihnen so gut wie keiner mehr im Amt. Heute wird „Mutti“ eher gefürchtet.

Heute ist Merkel eher die „eiserne Kanzlerin“, die nicht marktschreierisch auftritt, sondern sich konsequent an den Sachthemen abarbeitet und dabei ihre Positionen durchdrückt. Aufkeimende Kritik, ob aus den eigenen Reihen oder der Opposition, lässt sie meist unkommentiert stehen – mit dem Effekt, dass Attacken gegen ihre Politik schnell wieder zum Erliegen kommen.

Dass sie mit dem, was sie tut, goldrichtig liegt,  belegen alle Umfragen der jüngeren Zeit: Sie bescheinigen Merkel beste Beliebtheitswerte in der Bevölkerung und der Union den Platz eins der Parteien - trotz Euro-Krise und dem zum Teil desaströsen Auftreten ihrer schwarz-gelben Koalition. Doch es ist nicht alles eitel Sonnenschein. Merkels Regierung erscheint nicht wie ein Bündnis aus einem Guss. Nicht alle Minister ziehen mit ihr an einem Strang. Und auch in der Koalition rumort es gewaltig. Wer sind die Unruhestifter – und wer die Leisetreter in Merkels „Wunschkoalition“? Ein Überblick.

Kommentare zu " Merkel baut auf Schäuble: Stabilitätsanker einer zerrissenen Koalition"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Merkel ist so beliebt. Ja klar, sie tut ja nichts. Und wer nichts macht, macht auch keine Fehler
    Sie macht doch genau das, was sie auch in der GroKo getan hat. Sie läßt alle reden, innenpolit. ist sie meist abgetaucht.
    Anstatt gemeinsame Beschlüsse selbst zu verkünden, wie es als Chefin ihre Aufgabe wäre, läßt sie eben alle kakeln
    So werden die redenden Minister unbeliebt und dann kommt Merkel und "schlichtet"
    So bleiben alle Untaten an den einzelnen Ministern hängen.
    Das war doch in der Groko genau so.
    Rente mit 67 blieb nur an Müntefering hängen, dieser unselige Gesundheitsfond an Ulla Schmidt usw. Es waren aber immer gemeinsame Beschlüsse.
    Auf diese Art und weise hat sie die SPD zerlegt udn die ware so dumm und habe das nicht gemerkt
    Merkel agiert doch wie Honecker, er hat bestimmt und alle haben zu nicken.
    Frau Merkel braucht die Minister nur um das zu verkünden was sie selbst eigentlich will, so bleibt sie fürs Volk immer die Gute.
    Frau Merkel braucht die CDU nicht, sie ist bis heute nicht in der Partei angekommen
    Fällt das eigentlich der Presse nicht auf?
    Oder hat die Presse längst polit. Vorgaben was sie schreiben darf und was nicht?

  • das Layout der Financial times www.ftd.de hat ein update erhalten.
    ALLE Umfragen sind nicht mehr erreichbar , nur noch die aktuelle.
    aber noch arbeiten meine 2 Gehirnhälften:
    Abstimmung Juli : Frau merkel 72% unbeliebt

  • Woran das wohl liegt? Keine Ahnung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%