Merkel fordert mehr Lehrstellen
Dax-Unternehmen bilden wenig aus

Die Ausbildungslücke wächst weiter. Dabei bilden einer dem Handelsblatt vorliegenden Studie zufolge die Dax-30-Unternehmen unterdurchschnittlich viele junge Leute aus.

BERLIN. Angesichts der kritischen Lage am Ausbildungsmarkt will Bundeskanzlerin Angela Merkel die großen deutschen Unternehmen auffordern, mehr Lehrstellen anzubieten. Einen entsprechenden Brief kündigte Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) bei der Vorlage der Mai-Zahlen an. Danach droht im Herbst eine weit größere Lehrstellenlücke als 2005.

Adressaten des Briefs der Regierungschefin dürften in erste Linie die Dax-30-Unternehmen sein. Deren Ausbildungsquote liegt deutlich unter dem Durchschnitt. Das ergab eine Umfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag, die dem Handelsblatt vorliegt. Danach kommen bei 25 der 30 größten börsennotierten Konzerne auf 100 Beschäftigte in Deutschland nur 5,8 Azubis – in der Gesamtwirtschaft sind es 6,4. Telekom, Deutsche Post, Deutsche Börse, Altana und SAP machten nach Information der Grünen keine verwertbaren Angaben. Ginge man davon aus, dass deren Quote eher unterdurchschnittlich sei, verdüstere sich das Gesamtbild weiter.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) erwartet, dass die Lehrstellenlücke zu Beginn des Ausbildungsjahres Anfang Oktober größer sein wird als 2005. Damals klaffte zwischen der Zahl der unversorgten Bewerber und der der noch unbesetzten Stellen eine Kluft von gut 28 000 Stellen. Ende Mai waren bei der BA 7500 Plätze weniger gemeldet als imVorjahr – gleichzeitig gab es fast 21 000 Bewerber mehr. Problematisch ist die Lage vor allem im Westen.

Positiv hingegen sind die Meldungen der Kammern: Die Zahl der bereits unterschriebenen Ausbildungsverträge liegt derzeit leicht über Vorjahr. Beide Statistiken werden erst zum Jahresende zusammen geführt.

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