Merkel will Seehofer halten
Wirtschaftsweise für Gesundheitsmix

Nicht genug, dass sich die Modelle für eine reformierte Krankenversicherung von Union und Regierungskoalition gegenüberstehen, jetzt bringen die Wirtschaftsweisen in ihrem Jahresgutachten ein weiteres Modell ins Spiel.

HB BERLIN. Für eine zukunftsfähige Krankenversicherung müssten beide Modelle zu einer „Bürgerpauschale“ verknüpft werden, forderte der Sachverständigenrat in seinem Jahresgutachten am Mittwoch in Berlin.

Das CDU/CSU-Konzept sei unübersichtlich und seine Finanzierung zweifelhaft. „Von einer Umsetzung ist abzuraten“, sagte der Ratsvorsitzende Wolfgang Wiegard. Auf der anderen Seite sei die von SPD und Grünen geplante Bürgerversicherung ein Beschäftigungshindernis, weil die Lohnkosten weiterhin mit den Gesundheitskosten stiegen. Für neue Arbeitsplätze sei eine Abkopplung notwendig.

Die Professoren schlagen vor, Krankenkassen und private Krankenversicherung zu vereinen und von jedem Erwachsenen eine einheitliche Pauschale von 198 Euro im Monat zu verlangen. Der Arbeitgeberanteil solle an die Arbeitnehmer ausgezahlt und versteuert werden. Wer mehr als 13 Prozent seines Einkommens für die Pauschale zahlen müsste, bekäme einen staatlichen Zuschuss. Dieser könne mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer finanziert werden.

Der Sachverständige Bert Rürup schlug vor, die „Bürgerpauschale“ in einer „informellen großen Koalition“ schrittweise zu verwirklichen. Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) lobte die Vorschläge nur soweit sie der Bürgerversicherung entsprachen. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel verteidigte das Unionsmodell als „Jahrhundertreform“, das „die Weichen unumkehrbar in die richtige Richtung stellt“.

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