Mittelfristig weitere Reformschritte nötig
Ökonomen: Reform „nicht der große Wurf“

Bankvolkswirte haben den Kompromiss von Regierung und Opposition zur Gesundheitsreform zwar als „Schritt in die richtige Richtung“ begrüßt. Allerdings greifen die bereits bekannt gewordenen Eckpunkte der Reform den Experten zu kurz. Zudem geht ihnen die Entlastung der Lohnnebenkosten nicht weit genug.

vwd FRANKFURT. Ralph Solveen von der Commerzbnak bestätigte zwar, dass es für die Unternehmen zu einer Entlastung kommen wird: „Von arbeitsmarktpolitischer Seite ist das positiv“. Allerdings hätten die Entlastungen seiner Ansicht nach durchaus noch etwas höher ausfallen dürfen.

Auch Andreas Scheuerle von der Deka-Bank wertete es zunächst positiv, dass es bei dem wichtigsten Aspekt der Reform - der Lohnnebenkosten - zu einer Entlastung komme. Dennoch sei dabei „reichlich wenig“ herausgekommen, bemängelte er. Unter ungünstigen Umständen werde das allenfalls dazu ausreichen, die Beiträge im kommenden Jahr zu stabilisieren. Mit Blick auf das Gesundheitssystem sagte Solveen, es sei richtig, dass es in einigen Punkten zu mehr Selbstbeteiligung der Patienten komme. Scheuerle wandte indes ein, dass die stärkere Belastung der Arbeitnehmer möglicherwiese deren Konsumfähigkeit einschränke.

Beide Volkswirte waren sich einig, dass es mittelfristig zu weiteren Reformschritten im Gesundheitswesen kommen muss. „Auf kurze Sicht reicht das Beschlossene aus, Schlimmeres zu verhindern“, so der DeKa-Bank-Ökonom. Mittelfristig ist es aus seiner Sicht aber unerlässlich, über eine „große Reform“ nachzudenken. Scheurle schlägt hier vor, dass eine Gesundheitsversicherung nur noch die Grundrisiken trägt. Dies setze allerdings voraus, dass an dieser Grundsicherung auch Selbständige und Beamte teilnehmen. Alle weiteren Risiken sollten dann von einer Zusatzversicherung gedeckt werden, so der Volkswirt.

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