Mutmßliche Terrorhelfer
BGH bestätigt Haftbefehle

Die Haftbefehle gegen zwei mutmaßliche islamistische Terrorhelfer sind am Mittwoch vom Bundesgerichtshof (BGH) bestätigt worden. Sie waren am Dienstag nach einer bundesweiten Razzia festgenommen worden.

dpa KARLSRUHE. Die Haftbefehle gegen zwei mutmaßliche islamistische Terrorhelfer sind am Mittwoch vom Bundesgerichtshof (BGH) bestätigt worden. Laut BGH-Ermittlungsrichter sind der 26 Jahre alte Daniel P. aus dem baden-württembergischen Biberach und der 23- jährige Harun Can A. aus Schlangen in Nordrhein-Westfalen dringend verdächtig, islamistische Internetpropaganda verbreitet zu haben.

Die Haft gegen den 23-Jährigen wurde jedoch gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt, nachdem er ein umfassendes Geständnis abgelegt habe, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Die zur "Globalen Islamischen Medienfront" (GIMF) gerechneten Deutschen sollen mit ihren Aktivitäten die ausländischen Terrorgruppen El Kaida, El Kaida im Zweistromland und Ansar al-Islam unterstützt haben. Sie wurden am Dienstag nach einer bundesweiten Razzia festgenommen. Ein dritter Verdächtiger, der bereits wegen anderer Vorwürfe in Untersuchungshaft sitzt, soll am Donnerstag dem BGH-Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Insgesamt sind acht Beschuldigte im Visier der Ermittler.

Daniel P. ist ein zum Islam übergetretener Deutscher mit Kontakten zur Ulmer Islamisten-Szene. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa vom Mittwoch hatten die Sicherheitsbehörden den 26-Jährigen seit etwa drei Jahren im Visier. Er sei allerdings in der Ulmer Szene keine zentrale Figur, kein Rädelsführer gewesen, hieß es. Harun Can A. ist laut "Westfalenblatt" ein in Deutschland geborener Sohn eines Pakistaners und einer Türkin. Dem Blatt zufolge hatte die Staatsanwaltschaft Paderborn gegen ihn im Frühjahr wegen eines Brandanschlags ermittelt.

Die seit 2006 aktive deutschsprachige GIMF, die keinen engen Kontakt zum Kern von El Kaida haben soll, hatte im März und November 2007 durch Drohvideos gegen Deutschland und Österreich öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Sie drohte mit Anschlägen, falls die Länder ihre Truppen nicht aus Afghanistan abzögen. Nach bisherigen Erkenntnissen ist die GIMF ausschließlich im Internet aktiv und unterstützt durch die Verbreitung von Propagandamaterial den globalen "Dschihad", den sogenannten Heiligen Krieg der Islamisten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%