Nach dem Hohlmeier-Rücktritt
Schneider beerbt Ex-Ministerin Hohlmeier

Bayerns Ministerpräsident Stoiber hat wie erwartet den Bildungsexperten der Landtagsfraktion, Siegfried Schneier, als neuen Kultusminister vorgestellt. Er folgt Monika Hohlmeier nach, die wegen der Münchner CSU-Affäre zurückgetreten war.

HB MÜNCHEN. Schwerpunkte seiner Arbeit solle vor allem die frühe Förderung in der Grundschule sein, sagte Schneider am Mittwoch. Er habe aber keinen Grund zu entscheidenden Änderungen. Mehr Geld für die Schulen soll es nicht geben. Zum Sparkurs gebe es keine Alternative, betonte Stoiber.

Schneider soll sein Amt bereits an diesem Donnerstag übernehmen. Nach dem Rücktritt Hohlmeiers habe es für ihn „nur eine Adresse“ gegeben, sagte Stoiber. „Und die heißt Siegfried Schneider.“ Der Vorschlag sei in der Fraktion auf „einhelligste Zustimmung“ gestoßen.

SPD und Grüne wünschten Schneider viel Erfolg bei seiner neuen Aufgabe und forderten größere Investitionen in die bayerischen Schulen. „Wir brauchen dringend mehr Lehrer“, sagte SPD-Fraktionschef Franz Maget. Schneider sei ein „anständiger Mensch“. Er müsse den bildungspolitischen Durchbruch schaffen, der Hohlmeier gegen Finanzminister Kurt Faltlhauser und Stoiber nicht gelungen sei. Grünen-Schulexpertin Simone Tolle sagte, Schneider sei kompetent, brauche aber mehr Geld.

Der Bayerische Philologenverband (bpv) setzt auf einen Neuanfang. Die Beziehungen der Gymnasiallehrer mit Schneiders Vorgängerin Hohlmeier waren wegen der Verkürzung der Gymnasiums auf acht Jahre frostig. bpv-Chef Max Schmidt würdigte Schneider als „einen der profiliertesten Kenner schulpolitischer Fragen“.

Stoiber ließ aber keinen Zweifel, dass er auf die finanziellen Wünsche von Lehrerverbänden und Opposition nicht eingehen will: „Man sollte den neuen Kultusminister nicht mit Forderungen konfrontieren, die unerfüllbar sind.“

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