Nach fast fünf Jahren in Guantanamo
Murat Kurnaz zurück in Deutschland

Nach fast fünf Jahren Haft im US-Gefangenenlager Guantanamo ist der als „Bremer Taliban“ bekannt gewordene Murat Kurnaz wieder in Deutschland. Er landete am Donnerstagabend auf dem US-Stützpunkt Ramstein.

HB BREMEN. Nach mehr als viereinhalb Jahren im US- Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba ist für den aus Bremen stammenden Deutsch-Türken Murat Kurnaz die Haft zu Ende. Dies bestätigte am Donnerstagabend sein Anwalt Bernhard Docke. „Er befindet sich wieder im Kreis seiner Familie“, heißt es in einer Mitteilung. „Deren Freude, den verlorenen Sohn wieder in die Arme schließen zu können, ist unbeschreiblich.“

Kurnaz sei am Donnerstag nach Deutschland ausgeflogen und in Ramstein deutschen Behörden übergeben worden, teilte der Anwalt weiter mit. Docke bat um Verständnis darum, dass sich Kurnaz zunächst nicht an die Öffentlichkeit wenden werde: „Herr Kurnaz ist durch die Hölle gegangen.“ Sein Mandant werde sich zunächst in ärztliche Behandlung begeben. „Herr Kurnaz wird sicherlich einige Zeit brauchen, um den abrupten Wechsel von Foltergefängnis zu Freiheit zu begreifen und sich an seine neuen Lebensumstände zu gewöhnen“, erklärte Docke. Er kündigte für Freitag eine gemeinsame Pressekonferenz mit amnesty international in Bremen an und dankte in Kurnaz' Namen „allen, die sich für seine Freilassung eingesetzt haben“.

Zudem übte Docke heftige Kritik an der früheren rot-grünen Bundesregierung. Diese habe ein aktives Engagement für Kurnaz vermissen lassen.

Kurnaz wurde 1982 in Bremen geboren und besitzt nur die türkische Staatsbürgerschaft. Er war nach den Anschlägen vom 11. September 2001 Ende November 2001 in Pakistan festgenommen und 2002 unter dem Verdacht, für das Terrornetzwerk El Kaida gekämpft zu haben, in das US-Gefängnis Guantánamo gebracht worden. Terroristische Aktivitäten konnten Kurnaz allerdings nicht nachgewiesen werden.

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