Nach Geldanlagen-Affäre
Linssen gibt Amt als CDU-Schatzmeister ab

Im Interesse der Partei und seiner Familie hat sich der CDU-Schatzmeister Helmut Linssen dazu entschieden, sein Amt aufzugeben. Linssen war wegen einer umstrittenen Geldanlage unter Druck geraten.
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BerlinDer wegen Geldanlagen unter Druck geratene CDU-Bundesschatzmeister Helmut Linssen will sein Amt abgeben. „Ich habe mich im Interesse der Partei und meiner Familie entschlossen, die Parteivorsitzende zu bitten, auf dem kommenden Parteitag im April einen neuen Schatzmeister zu wählen“, sagte Linssen der „Bild“-Zeitung.

Der CDU-Politiker reagierte damit auf wachsenden Druck in der Affäre um die Anlage von mehr als 400.000 Euro in den Steueroasen Bahamas und Panama in den späten 90er Jahren.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte, die Partei nehme den Rückzug Linssens mit Respekt zur Kenntnis, der sich in langjähriger Tätigkeit um seine Partei verdient gemacht habe.

Das Magazin „Stern“ hatte berichtete, Linssen habe 1997 bei einer Bank 829.322 Mark eingezahlt und dies zunächst in einem auf den Bahamas registrierten Trust geparkt, der später in Panama residiert habe. Das Konto habe er 2004 geschlossen. Gegen ihn sei auch ein Strafverfahren gelaufen, das 2012 aber eingestellt worden sei. Linssen habe aufgrund der Verjährungsfrist nur seine Zinserträge von 2001 bis 2005 nachweisen müssen. In dieser Zeit habe er mit seinem Geld im Ausland aber keinen Gewinn gemacht.

Linssen äußerte sich am Mittwoch gegenüber dem Handelsblatt zu den Gründen für sein Konto in einer Steueroase. „Es handelte sich um das ausländische Vermögen meiner Eltern. Ich habe es gezielt so abgewickelt, dass ich keine Steuern zahlen musste“, sagte Linssen Handelsblatt Live, der digitalen Tageszeitung. „Das Geld war schon im Ausland“, sagte Linssen über das Luxemburger Konto. „Wenn Sie so etwas in der Familie vorfinden, ist es schwierig, das abzuwickeln.“ Der „Stern“ hatte berichtet, dass Linssen knapp 900.000 D-Mark im Jahr 1997 auf ein Konto der HSBC Trinkaus International in Luxemburg eingezahlt habe. Von dort aus sei es in anonyme Trusts geflossen, erst auf den Bahamas, dann weiter nach Panama.

Als er das Konto entdeckte, habe seine Mutter, damals schon 90 Jahre alt, darauf bestanden, das Geld im Ausland zu lassen. „Meine Eltern waren sehr liebe Menschen, aber an dem Punkt konnte ich mit meiner Mutter nicht reden“, sagte Linssen. Er habe darum die „teuerste Lösung gewählt, die am Markt war, um garantiert keinen Gewinn zu erzielen.“ Natürlich könne man sagen: „Wie blöd ist das denn?“ Aber: „Deshalb musste ich keine Steuern zahlen, das haben mir die Finanzverwaltung und die Staatsanwaltschaft auch bestätigt.“ Seine Mutter sei 2004 gestorben. Laut „Stern“ hat Linssen das Konto in Luxemburg, an dem die Offshore-Trusts hingen, am 29.12.2004 aufgelöst.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Nach Geldanlagen-Affäre: Linssen gibt Amt als CDU-Schatzmeister ab"

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  • Er hat es doch NUR für seine Mutter getan ! Aber er wird deshalb nicht am Hungetuch nagen müssen denn er ist ja immerhin noch der Finanzvorstand der Ruhrkohle AG ( RAG ).
    Und solange das Geld was auftauchte dort NICHT fehlt ..... mein Gott !

  • Erbsen Bohnen LinSSEN, die Geldanlage von Frau Mama ging in die Binsen!
    und als MUTTI das nun erfuhr, dass er die Penunsen aus Luxembourg auf die Bahamas verschoben und verramscht hat,dampft die Schiete ...
    na na na ob da nicht auch noch ein paar undeklarierte DM-Spenden vom Schaeuble dabei waren!!
    Stoltenberg, der kuehle aus dem Norden hatte auch immer als Schatzmeister "Geheimnisse" aus dem Partei-Vermoegen gemacht !
    Also, Handelsblatt, denn mal ran und eine Eilmeldung an die Unterwelt arrangieren....und mal bei MAMA Linssen fragen, was sie vom Sohnemann so alles schon als Ausreden zu Lebzeiten gewohnt war!
    Jedenfalls kenn Herr Linssen noch gut den Spruch vom Ober-Lehrer:
    Wenn du keine Ausrede hast, gibt's Pruegel!!!
    Aber verarsche mich nicht!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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