Nach Terrorverdacht
Rock am Ring geht weiter – drei Festnahmen am Freitag

Das am Freitagabend unterbrochene Musikfestival „Rock am Ring“ findet am Samstag seine Fortsetzung. Die Polizei sieht die Terrorgefahr als nicht erhärtet. Das Gelände war am Morgen durchsucht worden.
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NürburgErneut hat ein Terroralarm Polizei und Besucher einer Großveranstaltung in Atem gehalten. Das Musikfestival „Rock am Ring“ in der Eifel mit fast 90.000 Fans konnte nach einer Unterbrechung jedoch am Samstagmittag fortgesetzt werden. Drei am Freitagabend unter Terrorverdacht vorläufig festgenommene Männer seien wieder frei, die Ermittlungen dauerten jedoch an, teilte ein Polizeisprecher am Vormittag bei einer Pressekonferenz auf dem Festivalgelände mit. Die Verdächtigen werden den Ermittlern zufolge der hessischen Salafistenszene zugerechnet.

„In einer solchen Bewertungssituation dürfen wir keine Risiken einbauen“, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD). Er verwies auf ähnliche vorsorgliche Absagen, etwa beim Fußball-Länderspiel Deutschland-Niederlande in Hannover im November 2015 kurz nach den Anschlägen von Paris und beim Radrennen „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ im April 2015. Im Februar 2015 war zudem der Karnevalsumzug in Braunschweig wegen Hinweisen auf mögliche Terroranschläge abgesagt worden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte sich in der Nacht hinter Lewentz' Entscheidung gestellt, das Musikfestival wegen Terrorgefahr zu unterbrechen. Der Mainzer Minister habe ihn vorab informiert, erklärte de Maizière in Berlin. „Für diese schwierige wie verantwortungsvolle Entscheidung hat er meine volle Unterstützung. So bitter es ist, die Sicherheit der Festivalbesucher muss an erster Stelle stehen.“

Die Entscheidung für eine Fortsetzung des Rockfestivals gab die Koblenzer Polizei am Samstagvormittag über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt: „Wir freuen uns mit euch. Es geht weiter!“ Die Veranstalter schrieben auf Facebook: „Das ist die Nachricht, auf die alle Rock am Ring Fans warten. Nach intensiven Durchsuchungen des gesamten Festivalgeländes haben sich die Verdachtsmomente für eine akute Gefährdungslage nicht erhärtet.“

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