Nachfolge
Merkel: Wir werden gemeinsamen Kandidaten suchen

Bundeskanzlerin Merkel kündigte an, zusammen mit der Opposition nach einem überparteilichen Wulff-Nachfolger zu suchen. Die FDP bangt um die schwarz-gelbe Mehrheit in der Bundesversammlung.
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DüsseldorfNach dem Rücktritt Bundespräsident Christian Wulff (CDU) dreht sich das Personalkarussell immer schneller. Die Parteichefs der Regierungsparteien Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Philipp Rösler (FDP) wollen am Samstag in Berlin zusammenkommen, um über einen möglichen Nachfolger zu entscheiden. Merkel kündigte an, dass Union und FDP umgehend auch das Gespräch mit der Opposition über einen Nachfolger suchen würden. "Wir wollen Gespräche führen mit dem Ziel, in dieser Situation einen gemeinsamen Kandidaten für die Wahl des nächsten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland vorschlagen zu können", sagte Bundeskanzlerin Merkel in ihrer Erklärung.

Die Linke wurde von Merkel dagegen nicht zu Gesprächen gebeten. Die Koalitionsparteien würden auf die Oppositionsparteien zugehen, „mit denen es die größten Übereinstimmungen in den politischen Grundüberzeugungen gibt“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag auf die Frage, warum Merkel zur Sondierung eines Nachfolgekandidaten SPD und Grüne, nicht aber die Linkspartei eingeladen habe.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, begrüßte zwar die Entscheidung Merkels, mahnte aber offene Gespräche an. "Das setzt aber voraus, dass es in der Koalition keine Vorfestlegung auf einen Kadidaten gibt. Die Gespräche müssen offen geführt werden. Das Verfahren der Kandidatensuche vom letzten Mal darf sich nicht wiederholen", so Oppermann. Es dürfe keinen parteipolitischen Alleingang geben. Nach dem Scheitern der schwarz-gelben Präsidenten Köhler und Wulff gehe es nun darum, das Ansehen des Amtes nicht weiter zu beschädigen.

Joachim Gauck, Wulffs Gegenkandidat bei der Wahl 2010, wäre zwar ein solcher parteiübergreifender Kandidat. Eine erneute Kandidatur Gaucks ist aber fraglich. „Kaum jemand kann Demokratie so gut erklären und für Demokratie so begeistern wie Joachim Gauck“, sagte Oppermann. Ob er aber erneut ins Rennen gehe, müsse zunächst zwischen SPD und Grünen besprochen werden. Auch Gauck müsse darüber nachdenken.

Die Freien Wähler, die mit zehn Wahlleuten in der Bundesversammlung vertreten sind, könnten sich gut vorstellen, bei der Wahl des nächsten Bundespräsidenten wieder Joachim Gauck zu unterstützen. „Gauck ist für uns nach wie vor eine Option“, sagte der Freie-Wähler-Bundesvorsitzende Hubert Aiwanger am Freitag in München. 2010 hatten die Freien Wähler mit großer Mehrheit für Gauck gestimmt.

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  • ich habe das sichere bewusstsein,
    unser angeblicher liebling der nation sucht uns bestimmt
    ein wunderschönes Ei aus. ein großartiges ostergeschenk fürs volk. die dame liebt uns alle.

  • Magengrummel bekommt man eher, wenn man sieht, wie sich der Pöbel (auch hier bei den Lesern) über jeden hermacht, der nur die Spur von Anstand hat.

    So lange Wulff arig der STASI Merkel gehorcht hat, hat auch der Pöbel still gehalten.

    Aber als Wulff Rückrad bewies (Lindauer Rede), da hat sich der Pöbel über ihn hergemacht.



  • Endlich sind die Qualen vorbei!

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