Nachfolge
Neuer BDI-Chef: Keitel in schwieriger Mission

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat einen neuen Chef: Hans-Peter Keitel ist einstimmig an die Spitze des Verbandes gewählt worden. Der frühere Hochtief-Chef löst Jürgen Thumann ab. Die Erwartungen an seinen Nachfolger sind hoch – die Zeiten schwierig.

BERLIN. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vollzieht in wirtschaftlich äußerst ungewissen Zeiten einen Führungswechsel. Die BDI-Mitgliederversammlung wählte gestern den früheren Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel einstimmig zum Nachfolger von Jürgen Thumann. Keitel tritt sein neues Amt am 1. Januar an. Mit dem Amtswechsel verbinden sich hohe Erwartungen.

Der langjährige Vorstandschef des Baukonzerns Hochtief übernimmt das Ruder beim BDI in einer schwierigen Phase. Die deutsche Wirtschaft hat derzeit keine guten Nachrichten zu verkaufen. Auch die erfolgverwöhntesten Branchen, die der BDI vertritt, stehen vor einer Durststrecke. Außerdem muss sich Keitel gleich im ersten Jahr seiner Amtszeit im Bundestagswahlkampf positionieren.

Keitel eilt der Ruf eines knallharten Managers voraus, der es aber zugleich versteht, seine Überzeugungen geschickt zu verkaufen. Im schwierigen Spanungsfeld zwischen Politik und Wirtschaft weiß Keitel sich zu bewegen. Er ist bereits seit drei Jahren Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie und Vizepräsident des BDI. In Wirtschaftskreisen hieß es, Keitel sei mit beachtlichen Durchsetzungsvermögen gesegnet. Man werde sich an eine neue Tonlage des mächtigen Verbandes gewöhnen müssen.

Der amtierende BDI-Präsident Thumann hat sich immer wieder den Vorwurf gefallen lassen müssen, im Umgang mit der Bundesregierung zu nachsichtig zu sein. Tatsächlich rühmt sich Thumann seiner guten Kontakte zu Kanzerlin Angela Merkel. Thumann sieht sich eher als Vermittler – weniger als knallharter Lobbyist. Kritiker werfen Thumann vor, der Verband habe unter seiner Ägide an Einfluss verloren. Thumann übernahm des Amt des BDI-Präsidenten 2005. Mit dem Jahreswechsel übernimmt er qua Satzung das Amt eines BDI-Vizepräsidenten.

Der BDI steckt in einer schwierigen Phase. Vor gut einem Jahr berief Thumann völlig überraschend den damaligen bayerischen Umweltminister Werner Schnappauf zum Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Schnappauf setzte im Frühjahr eine weit reichende Organisationsreform des Verbandes durch.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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